Gesprächskreis „Sozialdemokratische Laizistinnen und Laizisten in Rheinland-Pfalz“ gegründet.

01.06.11
Rheinland-PfalzRheinland-Pfalz, News 

 

Am vergangenen Samstag fanden 18 SPD-Mitglieder aus allen Teilen des Landes nach Bad Kreuznach, um dort einen „Gesprächskreis sozialdemokratische Laizistinnen und Laizisten in Rheinland-Pfalz“ zu gründen. Dieser versteht sich als Vertretung der rheinland-pfälzischen Unterstützerinnen und Unterstützer der als „Laizisten in der SPD“ bundesweit bekannt gewordenen Gruppe.

Aus der Mitte der Anwesenden wurde ein fünfköpfiger Koordinationskreis gewählt, der den Gesprächskreis gegenüber der SPD und der Öffentlichkeit vertritt: im Einzelnen sind dies Kristin Daleiden, Götz Junk, Oliver Lösch, Andreas Lutz und Tobias Trapp.

Ziel ist es, den Genossinnen und Genossen in der rheinland-pfälzischen SPD eine Stimme zu geben, die sich eine klarere Trennung von Staat und Weltanschauungsgemeinschaften wünschen. Die Gruppe vertritt die Ansicht, dass angesichts der zunehmenden gesellschaftlichen Pluralität in Weltanschauungsfragen sowohl in Rheinland-Pfalz als auch bundesweit viele der zurzeit vorhandenen (und öffentlich wenig bekannten) Privilegien insbesondere der beiden großen christlichen Kirchen zur Diskussion gestellt werden müssen. Dabei setzt die Gruppe auf die Dialogbereitschaft der Landespartei und will auf allen Ebenen ihre Themen zur Debatte stellen. Die „Laizisten“ möchten dabei zunächst landesspezifische Fragestellungen und die Rechte von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern in kirchlichen und kirchennahen Einrichtungen thematisieren. Auch den Kirchen bietet die Gruppierung einen offenen Dialog an: ihr ist daran gelegen, mit allen Beteiligten in Politik, Kirche und Öffentlichkeit ins Gespräch zu kommen. Die Gruppe begrüßt es ausdrücklich, dass auch Wolfgang Thierse, der sich mehrfach öffentlich gegen die Gründung eines Arbeitskreises „Laizisten in der SPD“ auf Bundesebene ausgesprochen hat, bei den Themen kirchliches Sonderarbeitsrecht und den historischen Staatsleistungen Handlungsbedarf in ihrem Sinne sieht.  Das am Montag bekannt gewordene und auf der Internetpräsenz der evangelischen Kirche der Pfalz veröffentlichte Interview mit deren Präsident Christian Schad, weist leider nicht in Richtung eines offenen und fairen Dialogs: die Befürchtung, laizistische Forderungen seien auf ein „halbiertes Verständnis von Religionsfreiheit“ zurückzuführen, ist durch nichts begründet. Die von Herrn Schad gezogene Verbindung zwischen dem Gutheißen einer säkularen Gesellschaftsordnung und einer eingeschränkten weil nur negativen Religionsfreiheit, bis hin zu aktuellen Verfolgungen von christlichen Minderheiten, ist absurd. Die „Laizisten“ setzen sich gleichermaßen für positive wie negative Religionsfreiheit ein – denn beide „Spielarten“ der Religionsfreiheit mussten in langwierigen Auseinandersetzungen von mutigen Männern und Frauen, in der Regel gegen die gerade vor Ort vorherrschende Konfession, erkämpft werden. Säkularismus bedeutet eben nicht, dass freie Religionsausübung (sowohl öffentlich als auch privat!) eingeschränkt wird, sondern dass im Gegenteil der Staat sich Fragen der Weltanschauung völlig enthält, sich gegenüber den Weltanschauungsgemeinschaften, seien es Kirchen oder humanistische Verbände, konsequent neutral verhält und somit gleiches Recht für Alle garantiert. Dies wollen die „Laizisten“ in die SPD und die Gesellschaft tragen.








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