DIE LINKE Rheinland-Pfalz: Bundesausschuss- Delegierter stellt sich hinter Rücktrittsforderungen

13.01.08
Rheinland-PfalzRheinland-Pfalz 

 

Von Wolfram Sondermann

In Rheinland-Pfalz werden Forderungen nach dem Rücktritt des Landesvorstandes DER LINKEN lauter. Den Anfang hatte Norbert Pultermann aus dem Kreisverband Südwestpfalz mit Hinweis auf die seiner Auffassung nach bestehende Untätigkeit des Landesschatzmeisters, mangelnde landespolitische Öffentlichkeitsarbeit, Geldverschwendung und "Verschwindenlassen von Anträgen" gemacht.

Jetzt bezeichnet auch der Bundesausschuss-Delegierte und IT-Beauftragte der Landespartei, Dr. Wilhelm Vollmann, Pultermanns Rücktrittsforderung als "ehrliches und offenes Eintreten für Veränderungen in unserer Partei". Offiziell wendet Vollmann sich gegen den seiner Meinung nach bestehenden außerparteilichen "Mißbrauch" von Pultermanns Forderung, da diese inzwischen die bundesweite Presse erreicht hat. Inoffiziell aber hat Vollmann seine Unterstützung für Pultermann in einem über die Parteigrenzen hinausreichenden Emailverteiler bekanntgemacht und für zuzätzliche Publizität gesorgt.

Der Landesvorstand steht aber auch im Zusammenhang mit der Person Vollmann selbst in der Kritik: Dieser hatte von 1970-1989, zeitweise als SPD-Landtagsabgeordneter in Nordrhein-Westfalen und Stadtratsmitglied in Köln, in zahlreichen Zusammentreffen SPD-Interna der Stasi zugetragen und war hierfür verurteilt worden. Die Entscheidung des Landesvorstandes, ausgerechnet Vollmann als IT-Beauftragten an eine sensible Schnittstelle der innerparteilichen Kommunikation gesetzt zu haben, stößt bei vielen Parteimitgliedern auf Unverständnis. "Wenn jemand über fast 20 Jahre in so einem Doppelspiel seine Genossen verrät, dann ist das kein unüberlegter Ausrutscher. Dazu bedarf es einer charakterlichen Disposition", so lautet die von Wolfram Sondermann von der Gruppe "Integrative Linke" geübte Kritik. Vollmann habe die Landespartei über den Umfang seiner Stasi-Mitarbeit getäuscht, sie als punktuelle "Jugendsünde" dargestellt und sich damit sein Delegiertenmandat erschlichen.

Unklarheiten bestehen auch über Vollmanns Doktortitel. Anfragen über Ort, Zeit und Titel der Promotion sollen von Vollmann bislang unbeantwortet blieben sein; eine Dissertationsschrift scheint bei keiner deutschen Universität vorzuliegen.

 


VON: WOLFRAM SONDERMANN






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