AKTUELLES AUS WILLI BILLIGS POLTERKAMMER

26.01.08
Rheinland-PfalzRheinland-Pfalz, News 

 

Oder
Wir lassen uns das Singen nicht verbie...i...ieten !!!

Eine Persiflage von Adelbert Linke von der AG "Deutsches Karnevalistensprachrohr"

Nicht zu fassen aber nichts desto Trotze die reine Wahrheit...und nichts als die Wahrheit: Willi Billig, Namensvetter des legendären Berliner Kaufhausbesitzers und frisch gebackener Präsident eines weniger legendären Karnevalclubs stört die Heilige Fünfte Jahreszeit und verlangt mit dem unlauteren Mittel der Humorlosigkeit nach uneingeschränkter Gefolgschaft seiner im hörigen Jecken. Was war geschehen?

Am vergangenen Samstag fand in der Nähe von Kaiserslautern tief in der Provinz und abgeschottet von der karnevalistischen Öffentlichkeit die 1. Sitzung des verwaschenen und neugegründeten Karnevalclubs "Löchrige Socken" zw.V. statt. Schon im Vorfeld wurde mächtig zum "Hal-lali" geblasen, um das zu wählende Wunsch-Präsidium des Vereinsoberen Alfred Ungestüm dem versammelten Narrenvolk unterzujubeln. Vor allen den im karnevalistischen Brimborium geschulten Haudegen Willi Billig wollte der Clubchef, der in der Jeckengemeinde der löchrigen Socken aufgrund seiner starrsinnig mitunter rabiaten Vorstellungen bezüglich der Philosophie und Politik der Faschingkultur und seiner eigennützigen Einstellung nicht unumstritten ist, im neu zu wählenden Präsidium etablieren.  Allein es geschah, dass trotz aller Vorsichtsmaßnahmen sich unter das Auditorium, ja selbst in die handverlesene Delegation der Stimmenressourcen etliche "rote Socken" des Vorgängervereins mischten, die schon zu Beginn der Versammlung ein riesiges Spruchband entrollten auf dem stand: " Willi go home ! - Wir scheißen auf die Fasenacht, wenn Willi Billig Präsi macht !!!" 
Auch ansonsten wurden die unerwünschten roten Socken nicht zuletzt aufgrund ihrer kritischen Fragerei und auf die Vereinssatzung pochender "Besserwisserei" als Störfaktor höchsten Ranges empfunden und Alfred Ungestüm, der es sich nicht nehmen ließ durch Getreue verstärkt die Sitzung bis zur Wahl der durch Schöpferwillen vorherbestimmten Präsidialmannschaft zu leiten, bimmelte sich schier das Schultergelenk wund um jeglichen Widerspruch unter dem schrillen Getöse einer mitgebrachten Glocke zu ersticken. Es gelang im jedoch erst nach dem fünften Kristallweizenbier und mit Hilfe eines seiner legendären und gefürchteten spätpupertären Wut- und Schreianfälle die Jeckenbrut der "roten Socken" in die Knie zu zwingen und fortan wurden sämtliche Beschlüsse und Verordnungen durch die erschöpften Närrinnen und Narrenesen reibungslos abgenickt. Einzig ein ehemals getreuer Jeck aus dem Ahrweilerischen verstieg sich zu der im Getümmel untergehenden fäkalistischen Forderung, den Sprechdurchfall des Vereinshäuptlings aus der heimischen Provinz abzuwürgen. Endlich konnte auch gewählt werden, und es kam - wie nicht anders zu erwarten - zu dem zwar mit knapper Mehrheit errungenen aber jedoch den sich überrascht gebenden Honoratioren wunschgemäßen Wahlergebnis: Willi Billig durfte seine alternde Haudegenbrust nach Schließung der imaginären Wahlurnen mit dem Titel des 1. Präsidenten des neugegründeten Karnevalsclubs "löchrige Socken zw.V." schmücken. Zu seiner Rechten und Linken wählte man ihm ebenfalls wunschgemäß zwei Faschingsprinzessinnen zur Seite, so dass Präsident Billig auf dem eiligst geschossenen Wahlfoto aussah wie der Marlboro-Held auf diversen Werbeplakaten der blauen Dunst Lobby, eingerahmt durch zwei zwar nicht mehr ganz so knackfrische dafür aber höchst willfährigen Vereinsschönheiten. Böse Gerüchte behaupteten später, dass W. Billig für diese Aufgabe sich in geheimen Vorgesprächen mit zwei schlanken und hübschen Models als Amtsbegleiterinnen belohnt wissen wollte, der Schatzmeister jedoch mit dem Hinweis darauf, dass man sich keinen weiteren Finanzskandal leisten könne nachdem die zu erwartenden Einnahmen der Mitgliedsbeiträge alle schon verplant seien, vehement dieses Ansinnen abwies. Schließlich soll Alfred Ungestüm in seiner Häuptlingsrolle eine weisen salomonischen Spruch gefällt haben, indem er den sich fast schon gegenseitig an die Gurgel gehenden Vereinsstrategen die inzwischen komplett auf eine weibliche Quotenmakelatur für dieses strategisch so wichtige Amt verzichten wollten, vorschlug: "Ach was, wir werden doch in unseren Reihen zwei "Verona Feldbusch Kopien" auftreiben können für eine komplette satzungsgemäße Präsidialbesetzung. Und wer weiß lieber Willi, ob nicht später wenn dir Ruhm und Ehre nicht mehr genügen mag die Haferstiche nicht durch eine andere Lösung gelindert werden können. Wozu hat unsere Nation der Volkswagen AG und der rotgrünen Bagage unter Kanzler "Audi-Schrödi" einen Peter Hartz hervorgebracht? - Wir müssen lernen aus der Geschichte Männer und was der Rest der Welt kann, können wir schon lange. Wartet erst mal ab, wenn der Beitragrubel des Narrenvolkes unseres Vereins erst mal rollt."

Damit wäre eigentlich die Sache erledigt gewesen, wenn der tief in der Seele getroffen Präsidiale die Schmach des Widerspruches durch die "roten Socken" und des knappen Wahlergebnisses auf sich beruhen hätte lassen können. Und so kam es letztendlich doch noch zu einem Eklat, wenn auch nicht in der heimeligen Atmosphäre der Provinzidylle des Tagungsortes. Billigs Willi nämlich gelüstet es danach, es zu folgendem närrischen Nachspiel kommen zu lassen, dessen Wogen weit über das Ländle, schließlich über die bundesrepublikanischen Nation und letztendlich in die gesamte neoliberal ausgebrannte globalisierte Welt schwappte.  
 
Kaum, dass der Präsident Willi Billig sich in die heimatlichen Gefilde der Vulkaneifel zurückgezogen hatte, berief er unter dem Titel "Daun wie es singt und lacht" einen virtuellen
Maskenball kombiniert mit einer verfrühten Karnevalsitzung über die Datenautobahn ein, obgleich der Rauch aus dem Pfälzer Hinterland sich noch nicht verzogen hatte. Das war eine klassich-narrenesiche Fehlentscheidung und dem Gesetz der Fasenacht folgend reihte sich ein naturgemäßer Fauxpas nach dem Anderen eingewoben in die schicksalhaften Verstrickungen der ungestopften Löchersocken. So bestand der Präsidiale darauf, die 1. Fassnachtsrede dieser Sitzung selbst abzufassen und auch zu halten, obwohl ihm der Zorn über die missglückte Wiederauferstehung der "löchrigen Socken" noch in den wohlbeleibten Gliedern seiner stattlichen Jeckenbrust nagte. Kurz, Präsident Billig verlor die Contenance und gebar verborgen unter der Narrenkappe zwischen den Zellen seines neuronalen Netzwerkes agierend eine Schimpfkanonade auf Gott und die Welt und hielt diese wahrscheinlich für lustig. Die jedoch wurde in der Fünften Jahreszeit einfach nur als geschmacklos von der auf Ergötzliches hoffenden Narrenzunft  empfunden. Wir geben hier ein kurzes Exzerpt der Rede wieder, dessen herausgekürzter Anteil - wie mir unser Außenreporter Wolfgang S. versicherte - lediglich aus nichts sagenden Füllfloskeln bestand um uns sogleich den weltweiten Folgen dieses poltergeistigen Karnevalsmissgeschickes zu widmen:

Liebe Närrinnen und Narenesen,
...
"Rufmord...Ehrabschneidung...Psychoterror...diese unglaublichen "Entgleisungen"...solche Schweinereien...monatelangen Folge öffentlicher Schmutzkampagnen...der Höhepunkt der Dreckschleuderei...Unwesen...schamlos...psychischen Vernichtungskampagnen...entblödet sich nicht...Menschenjäger...exhibitionistischen Bekenntnisse...charakterlosen Methoden...abgrundtief schämen...degenerierte bolschewistische Grundsatz...Stalin...Berliner Mauer...Millionen von Opfern...Lügner...Schwulstredner...psychotischen Zwang...skrupellosen Methoden...Niedrige Motive...ausgegossener Unrat...schamlos...unwürdig und eine Schande...schäbiges Zerrbild...primitives Niveau...skrupellos...bedrohen...verfolgen...
endlosen Psychoterror ...Totalschaden...primitivster Rückfall...Schamlosigkeiten...grundatzlose Opportunisten...Ekel und Abscheu...Abstrusitäten..."
...

In diesem Sinne ein schmunzelndes Kölle Alaaf
Eurer Präsident
Willi Billig

Die unbeabsichtigte Tretmine war explodiert und obzwar zwei Koblenzer Jecken  - erschrocken über die wütende Karnevalsrede ihres Präsidialen - versuchten zu retten was zu retten ist war die Verletzung des Sakrilegs nicht mehr aus der Welt zu schwallen. Trotz devoter domuristischer Eiereien  und wiedergekäuten lauwarmen Bubbelgumms , die von der exzellent geouteten Bauchnabelegozentrik einmal abgesehen im Endeffekt jedoch nichts brachten, kam es wie es kommen musste. Kaum war das unangebrachte überflüssige Worthülsenbombardement auf dem Terrain der  Narrengemeinde niedergegangen brach ein Sturm der Entrüstung los und spaltete letztlich die Narrenzunft innerhalb kürzester Zeit in unzählige Lager unterschiedlicher Standpunkte und Meinungen.

Die W.O.C.A. (World Organisation of Carnevalistic Actions) mahnte die Narren der Republik zur Besonnenheit und fordert die Deutsche Sektion der Organisation, den DNVP (Deutsche Narren Vereinigung Pur) dazu auf, endlich zu handeln um einen weltweiten Skandal in der Narrenwelt zu verhindern. Trotz sofort einberufener Krisensitzung der DNVP gelang es nicht, den "Sockenstreit" (wie er inzwischen schlagwortartig die Medien beschäftigte) lokal zu begrenzen. Weltweit nahmen Narren aus aller Herren und Länder wieder einmal Anteil am Schicksal der Deutschen und sandten ihre Botschaften an die Nation. Selbst aus Indien meldete sich ein weiser Anhänger des Vedanda und rezitierte telegraphisch folgenden Darshana aus den Upanishaden, der Geheimlehre der Inder. Er schrieb (Übersetzung durch den Autor):

Mein lieber Faschings-Chela Willi Billig,

Wir sind, was unser tiefes, treibendes Begehren ist.
Wie unser tiefes, treibendes Begehren ist, so ist unser Wille.
Wie unser Wille ist, so ist unser Tun.
Wie unser Tun ist, so ist unser Schicksal.

     Brihadaranyaka IV. 4. 5

Möge die Gnade des Karmagesetzes mit Dir sein !

Shri Krishnanda Carnevalupilli   Nordindien, Dharmsala  den 21.01. 2008 

Es geschah schließlich, dass die "roten Socken" sich an den Spruch erinnerten "Der Klügere gibt nach" und durch Bernhard H. einen ihrer Sprecher den streitenden Närrinnen und Narrenesen u.a. folgendes Friedensangebot verkünden ließ:

"...die Wilhelminischen Windverwirbelungen - streng riechend und etwas laut - haben sich über den Hügeln von Dreis-Brück längst verflüchtigt.
Nur ein Knall, der ward vernommen, als sei ein Flieger durch die Schallmauer gekommen.
Also: Ruhig bleiben, liebe Leut, Doktors (?) Knaller hat erfreut..."
 
Mancher mag erstaunt sein jedoch diese gehaltvollen Worte des guten Bernhard leiteten das Ende der "Schluss mit lustig" Periode innerhalb der sich zankenden Narrengemeinde ein und so bleibt der AG des "Deutschen Karnevalistensprachrohrs" nur noch quasi als Resümee der lärmenden Aktionen um Nichts und wieder Nichts, das 1. Gesetz der Fünften Jahreszeit wieder einmal ins Bewusstsein unter der Narrenkappe zu heben:

HUMOR IST, WENN MAN TROTZDEM LACHT  ;-)

In diesem Sinne ein dreifach kräftiges Helau, Alaaf und was weiß ich noch alles...

Euer
Adelbert Linke







<< Zurck
Diese Webseite verwendet keine Cookies. Hier erfahrt ihr alles zum Datenschutz