Teures Interview

06.03.10
LinksparteidebatteLinksparteidebatte, NRW, TopNews 

 

In meinem Artikel vom 2.3.2010 mit dem Titel „Bitteres Kaffeetrinken“ habe ich kritisch dargestellt, wie die Landesführung, in diesem speziellen Falle die Sprecherin der Linken in NRW, Katharina Schwabedissen, an der Basis vorbei und demzufolge auch, an dem Willen vieler linker Parteimitglieder und SympathisantenInnen vorbei, ein Gespräch mit einem NRW-SPD-Vertreter geführt hat.
Klar wurde, das Katharina Schwabedissen hier ein vermutlich bewusstes Zeichen setzen wollte, das die NRW-Linke zu Kompromissen bezüglich einer Regierungsbeteilung nach den Wahlen im Mai bereit ist.
Ihr Gesprächsteilnehmer Ott konstatierte hinterher allerdings, die Regierungsunfähigkeit und den Regierungsunwillen der NRW-Linken. Ein seltsames Ergebnis eines Gespräches, das von beiden Teilnehmern als doch so zwanglos dargestellt wurde.
Bisher hat sich die nordrhein-westfälische Linkenchefin Schwabedissen dazu in der allgemeinen Presse nicht geäussert.
Lediglich dem Presseorgan NEUES DEUTSCHLAND gab sie am 3.3.2010 unter dem Titel „Was gab es zum Kaffee?“ein Interview. Es sollte vermutlich Erhellung und Einsicht in ihre Absichten bringen.
Das interessierte Mitglied der Linkspartei kann es nachlesen. Allerdings muss es dafür bis heute bei der Zeitung ein Abo abschliessen, sich registrieren lassen oder einfach abwarten, wann ND diesen Artikel frei zugänglich ins Internet stellt. Ein Verhalten, das in der heutigen Zeit völlig unverständlich ist. Selbst auf der offiziellen Website der NRW-Linkspartei findet sich bis zum heutigen Tage kein Statement von Katharina Schwabedissen, geschweige denn, ein Abdruck des Interviews im ND.
Man muss also bezahlen, um die Meinung der linken Landeschefin lesen zu können. Dies, gerade in einer Zeit, wo die Presse voll ist von Berichten über diverse Nebeneinkünfte von Politikern, von skandalösem Sponsoring von Ministerpräsidenten und Spitzenpolitiker verschiedenster neoliberaler Parteien. Diesen Umstand kritisiert auch der Linke-nahe Internetblog „Lafontaines Linke“ völlig zu Recht in einem kleinen Seitenhieb.
Sieht so die Informationspolitik der linken Parteiführung in NRW aus? Muss ich, um wichtige Aussagen von Katharina Schwabedissen zu lesen, auch erst einen Obulus leisten?
Hier sollte schleunigst aufgeräumt und dieses Interview den vielen Mitgliedern und Sympathisanten der Linken zur Verfügung gestellt werden. Auch, und gerade, die Kritiker der Linkspartei haben einen Anspruch darauf kostenlos zu erfahren, was Katharina Schwabedissen zu ihrem Kaffeekränzchen in Rot-Rot zu sagen hat. Auch auf die Gefahr hin, das dieses Interview nicht viel Neues bringt. Aber auch dies würde für eine gewisse Klarheit sorgen.
In der heutigen Zeit hätte sich die Linkechefin auch einer ihr gegenüber kritischen Presse stellen sollen. Der leichteste Weg, dem ND für eine Erklärung zur Verfügung zu stehen, wirkt nicht sehr souverän und überzeugend.
Aber als erstes, Katharina: sorge dafür, das wir Dich ohne Bezahlung lesen dürfen!

Detlef Obens
Warendorf, den 5.3.2010



"Natürlich wollen wir regieren, … Es ist immer schwierig, wenn man sich auf eine Tolerierung einlässt." - 07-03-10 22:37
Bitteres Kaffeetrinken - 02-03-10 22:53




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