"Natürlich wollen wir regieren, … Es ist immer schwierig, wenn man sich auf eine Tolerierung einlässt."

07.03.10
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Von Franz Meier

Die nachfolgenden Auszüge sind dem Interview von Katharina Schwabedissen in der Druck-Ausgabe der Zeitung "Neues Deutschland" vom 3. März 2010, Seite 8 entnommen. Die Überschrift lautet: "Was gab es zum Kaffee? Katharina Schwabedissen über ein rot-rotes Treffen in Nordrhein-Westfalen."

Auszug 1 aus dem Interview der Sprecherin der Partei "Die LINKE.NRW" Katharina Schwabedissen:

Katharina Schwabedissen:
"[...]Die LINKE hat klare Positionen, für die wir kämpfen. Natürlich wollen wir regieren, aber es geht uns um Inhalte, um die Menschen im Land und nicht um Ministerposten."

Meine Fragen dazu:
Wer ist da mit "wir" gemeint: die einfachen Mitglieder – oder Teile des Landesvorstandes, nämlich
diejenigen, denen bei einer Regierungsbeteiligung Ministerposten zustehen?

Wer ist mit "den Menschen" gemeint? Sind mit "Menschen" die einfachen Leute gemeint – oder diejenigen, die auf Grund ihrer wirtschaftlichen Macht-Positionen hinter den Kulissen die Fäden ziehen?

Auszug 2 aus dem Interview der Sprecherin der Partei "Die LINKE.NRW" Katharina Schwabedissen:

Katharina Schwabedissen:
"Es ist immer schwierig, wenn man sich auf eine Tolerierung einlässt. Denn es droht die Gefahr des Glaubwürdigkeitsverlustes. […]"

Meine Anmerkung dazu:
Die Aussage spricht für sich. - Kein Kommentar!

Auszug 3 aus dem Interview der Sprecherin der Partei "Die LINKE.NRW" Katharina Schwabedissen:

ND-Frage:
"Wie äußerte sich Jochen Ott über seine Erfahrungen in Köln?"

Katharina Schwabedissen-Antwort:
"Das haben wir nur am Rande besprochen. Er sagte, er habe gute Erfahrungen mit der Kölner LINKEN gemacht. Er ahnt wohl, dass wir ernsthafte Politikerinnen und Politiker sind."

Meine Frage und meine Anmerkung dazu:
Da ist wohl der Wunsch der Vater (oder die Mutter) des Gedankens.

Wer sind "ernsthafte Politikerinnen und Politiker"?
Sind das "nur" diejenigen, die in der Partei, die sich "Die LINKE" nennt, Positionen und Posten, besetzen? Sind "ernsthafte Politikerinnen und Politiker" nur Menschen, die in einer Partei (egal welcher) Mitglied sind und nach "politischer Verantwortung" (unter anderem Ministerposten) streben? Oder wer? - Was versteht die Sprecherin der Partei "Die LINKE.NRW" Katharina Schwabedissen unter "ernsthaften Politikerinnen und Politikern"?

Interessant ist auch der Satz neben dem Bild der Interviewten im "Neuen Deutschland": "Katharina Schwabedissen ist Landesvorsitzende der LINKEN in Nordrhein-Westfalen."

Sie ist "Landesvorsitzende" und nicht mehr "Sprecherin"?- Eine weitere Entwicklung hin zu einer "etablierten" Partei. Das Gleichgewicht zu der "Landesvorsitzenden" der SPD muss hergestellt sein!

Meine Gedanken zum "Thema"

Was sind "ernsthafte Politikerinnen und Politiker"?

Sind "ernsthafte Politikerinnen und Politiker" nur Menschen, die in einer Partei Mitglied sind und nach "politischer Verantwortung" (unter anderem Ministerposten) streben?

Das sind doch wohl alle Menschen auf dieser Erde. Das sind auch diejenigen, die sich bewußt nicht am "Politik-Geschäft" beteiligen wollen oder können.

Aufgabe gerade von sich als "links" verstehenden Menschen sollte doch wohl sein, denjenigen, die sich auf Grund ihrer wirtschaftlichen Lage nicht für ihre Interessen einsetzen können, die sich vielleicht auch auf Grund ihrer Bildung nicht artikulieren können, beizustehen, – und Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten.

Aufgabe von sich als "links" verstehenden Menschen sollte sein, den Menschen ohne Macht, den "Ohnmächtigen", eine Stimme zu geben und sich für die gesellschaftlich Benachteiligten auf der ganzen Welt einzusetzen.

Es gäbe eine Alternative für eine Partei "Die LINKE" im Parlament zu Koalition oder Tolerierung, nämlich "konstruktive Fundamental-Opposition". "Konstruktive Fundamental-Opposition" würde bedeuten: Einsatz für die Sache dort, wo sie den gesellschaftlich Benachteiligten etwas bringt! - Ohne Rücksicht nehmen zu müssen auf irgendwelche "Koalitions- oder Tolerierungsabsprachen".

Franz Meier



Teures Interview - 06-03-10 22:54
Bitteres Kaffeetrinken - 02-03-10 22:53




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