DIE LINKE NRW trauert um Axel Troost

12.01.23
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Von DIE LINKE. NRW

DIE LINKE in NRW trauert um Axel Troost, der am 6. Januar 2023 nach kurzer schwerer Krankheit im Alter von 68 Jahren in Leipzig gestorben ist. Ein Nachruf auf einen der klügsten Ökonomen und Vordenker der deutschen Linken - von Sascha H. Wagner. 

"Axels Ruf als überragend kompetenter Fachmann in Sachen Ökonomie eilte ihm zeitlebens weit voraus, so dass unser Genosse auch in Nordrhein-Westfalen immer ein gefragter Referent war. Als Brückenbauer im besten Sinne vertrat er seine Überzeugungen stets ohne andere vor den Kopf zu stoßen, denn seine Argumentation war immer bestechend.

Der promovierte Volksökonom war Geschäftsführer der Arbeitsgruppe für Alternative Wirtschaftspolitik (besser bekannt als Memorandum-Gruppe). Die Arbeitsgruppe war Mitte der 1970er Jahre von drei linken norddeutschen Wirtschaftsprofessoren gegründet worden, als die Helmut-Schmidt-Regierung auf einen Sparkurs einschwenkte. Seit 1977 gab sie jedes Jahr ein Memorandum heraus, das wegen der immer stärker neoklassisch argumentierenden Empfehlungen des Sachverständigenrats als "Gegengutachten" zu den Wirtschaftsweisen aufgenommen wurde. Axel sollte die Geschäftsführung der Arbeitsgruppe bis zu seinem Tode innehaben.

Uns bleibt er aber nicht allein als intellektuelle und politische Koryphäe in Erinnerung. Wir denken gerne an seine Lebenslust, seine Herzlichkeit und seinen Humor zurück. Seiner Familie wünschen wir viel Kraft in der kommenden Zeit. Wir werden Axel nie vergessen!"

Zur Person: Axel Troost, der 1970–73 Mitglied der SPD und 1976–84 Mitglied der DKP gewesen war, blieb ganze zwanzig Jahre parteilos, bis er in den 2000er Jahren eine zentrale Rolle bei der Gründung der WASG einnahm. Er war zunächst Landessprecher von DIE LINKE in Bremen. Später verlegte er seinen Lebensmittelpunkt nach Sachsen. Für die sächsische LINKE zog er dann im Jahr 2005 über die Landesliste in den Bundestag ein und gehörte dem Parlament bis 2017 sowie dann noch einmal kurzzeitig 2021 als Nachrücker an. Zuletzt hatte er sich vor allem dem Strukturwandel in den Braunkohlegebieten gewidmet.







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