Über Oskars Dream-Team vor der Neuwahl des Saarländischen Landtages und Chinesen

08.01.12
LinksparteidebatteLinksparteidebatte, Saarland, TopNews 

 

von Dirk Scholl

„Das Böse lernt sich leicht, das Gute schwer.“
(chinesisches Sprichwort)

Kennen Sie den Spruch des Monats Dezember 2011, der vielleicht sogar als der Spruch des Jahres 2011 durchgehen wird?
Antwort:
„Die Saar-Linke ist sehr gut aufgestellt.“

Kein Geringerer als Oskar himself hat sich damit zum Topfavorit für den „Oscar“ der saarländischen Polit-Unterhaltungsszene hochkatapultiert.

Das kann fast nur noch durch irgendeinen zurückgetretenen FDP-Frontman getoppt werden…Doch auch in der aktuellen Topmannschaft der Linken im Landtag zeigen sich erhebliche Verschleißerscheinungen.

Zum Beispiel bei MdL Frau Dagmar Ensch-Engel, die - wie wir jüngst im Springer-Pamphlet-Blatt Nummer 1 lesen durften - eine aus dem 'Oskar-Dream-Team' derart gut Aufgestellte ist, dass sie sich locker mal eine kräftige Watschen vom Oberlandesgericht einfangen kann, scheinbar ohne dabei heftig zu wackeln – vorläufig zumindest. Dagmar Ensch-Engel, von der hier die Rede ist, muss künftig leider darauf verzichten, einen mittlerweile ausgeschlossenen Parteigenossen - welch ein Zufall! - als „Chinesenficker“ zu bezeichnen, da ihr bei Zuwiderhandlung ein empfindliches Ordnungsgeld droht.

Dieser Betrag dürfte dann wohl weitaus höher liegen als die seinerzeit von der parteiinternen Landesschiedskommission vorgeschlagenen 400 Euro, die MdL Ensch-Engel im Rahmen eines Vergleichs an die Aidshilfe Saar e.V. leisten sollte, um der Partei die Eröffnung eines Schiedsverfahrens zu ersparen. Damals aber wollte diese „Geringverdienerin“ sich auf keinen „Kuhhandel“ einlassen, weil dies ja einem Schuldeingeständnis gleichkäme. Nunmehr ist aber genau jene Schuld vom saarländischen Oberlandesgericht eindeutig festgestellt worden.
Nicht vergessen wird, dass Frau Ensch-Engel, auch aktuelle stellvertretende Landesvorsitzende der LINKEN, sogar erpresserisch damit gedroht hatte, Partei und Landtagsfraktion zu verlassen, sollte die Landesschiedskommission an diesem Vergleich festhalten.

Natürlich hätte sie im Dienste des Volkes stehend, ihr ach so unlukratives, „ehrenamtliches“ Landtagsmandat aufrechterhalten. Wenn es je ein Minimum an Gleichheitsgrundsätzen für die Landesschiedskommission gegeben hätte, dann wäre aufgrund der Verweigerungshaltung von Ensch-Engel ein Schiedsverfahren, das auf Parteiausschluss und Mandatsaberkennung gegen sie zielte, eine obligatorische Maßnahme gewesen.

Aber einige ParteigenossInnen in dieser „sehr gut aufgestellten Landespartei“ sind eben gleicher und offenbar sozialistischer als beispielsweise „Beleidigungsopfer“. Nebenbei bemerkt: Das gezeigte Verhalten und die Entscheidung sind ein weiterer eindrucksvoller Beleg für die „Unbefangenheit und Unabhängigkeit“ der Landesschiedskommission!

Frau Ensch-Engel, die nunmehr verurteilte Sprecherin der Landtagsfraktion für Tierschutz, Energie, Umwelt und Sport ist zugegebenermaßen eine absolute Koryphäe auf jenen ihr zugeteilten Gebieten, wie es sich in der zurückliegenden halben Legislaturperiode gezeigt hat. Schließlich ist es doch eine echt tierisch energiegeladene, „durch Windräder verspargelte“ und sportliche Hochleistung, um auf solch eine rassistisch-diskriminierende Beleidigungsform zu kommen, nur weil bei dem Beleidigten einmal ein chinesischer Student als Untermieter wohnte! Eine wahrhaft linke Gesinnung, die sich da auftut!

Unterdessen hat der ebenfalls sehr gut aufgestellte Landesvorsitzende der Partei und Alt-Gewerkschaftler Rolf Linsler unseren weniger gut aufgestellten Pressezensor-Bundespräsidenten Wulff zum Rücktritt aufgefordert. Doch betrachten wir mal Linslers Begründung: Die Stellungnahme Wulffs habe gezeigt, „dass er die Tragweite der Vorwürfe nicht verstanden habe. Der Bundespräsident habe inzwischen so viel an Autorität verloren, dass es das Beste wäre, er würde zurücktreten.“[1]

Respekt, Genosse Rolf, da liegst Du voll richtig! Doch gilt das nicht auch für Frau MdL Ensch-Engel? Bis jetzt fehlt eine solche Forderung im Hinblick auf die Fraktionskollegin des Rücktrittsforderers. Aber vielleicht versteht ja die gesamte Landtagsfraktion an dieser Stelle auch nicht die Tragweite der diesbezüglichen Vorwürfe? Und an Autorität haben gewisse sehr gut Aufgestellte ohnehin schon seit längerer Zeit verloren…

So ist es denn auch kein Wunder, dass die umweltpolitische Expertin zu ihrer Alltagsarbeit übergeht, als wäre nie etwas geschehen. Noch am 06. Januar schickte sie eine Pressemitteilung zum Thema „Erneuter Vorfall in Cattenom“ raus. Hier heißt es unter anderem: „Dieser erneute Vorfall bereitet uns große Sorge“. Und weiter: „Der Zwischenfall hat dazu geführt, dass sich das Sicherheitsventil geöffnet hat und ein starkes Geräusch für ca. 15 Sekunden rund um die Zentrale zu hören war“.[2]

Ist irgendwie passend zum persönlichen Zwischenfall von Frau Ensch-Engel, nur dass sich leider hier kein Sicherheitsventil öffnen ließ, aber sich die starken Geräusche rund um die Zentrale nicht so schnell abschalten lassen…

Oskar Lafontaine muss sich wieder einmal die Frage gefallen lassen, wie gut denn die Saar-Linke sonst noch so aufgestellt ist! Vielleicht ist es ja karrierefördernd, unliebsame Genossinnen und Genossen zu diskriminieren, zu diskreditieren und dabei wissentlich die Unwahrheit von sich zu geben? Bleibt nur noch, allen Posten- und Mandatsjägern viel Spaß zu wünschen beim munteren Einstecken deftiger Urteile vor diversen Gerichten! Auf dass die Saar-Linke noch besser aufgestellt ist, wenn das denn überhaupt noch geht…

Wie gut, dass am 06. Januar nicht nur die viel beachtetet Pressemitteilung von Frau Ensch-Engel unser Bundesland erschütterte! Nein, es gibt einen weiteren Lichtblick: Jamaika ist am Ende, denn Frau Kramp-Karrenbauer hat den „Liberalen“ endgültig den Todesstoß versetzt und damit womöglich auch den Grünen! Sie spekuliert natürlich aus purem Verantwortungsbewusstsein gegenüber der saarländischen Bevölkerung nunmehr auf eine Große Koalition, die sich ja mindestens genauso großer Beliebtheit beim Volk erfreut wie Schwarz-Gelb-Grün. Kann man nur hoffen, dass die SPD erkennt, was die Stunde geschlagen hat!

Eine Neuwahlprognose: CDU 35 %, SPD 35 %, LINKE 12 %, Piraten 8 %, Grüne 4%, FDP 2%, Sonstige 4 %. Wer wettet mit?
Das wäre dann doch eigentlich auch die Chance für DIE LINKE.Saar, sich endlich tatsächlich sehr gut aufzustellen, am besten dann aber bitte ohne irgendwelche personellen Zwischenfälle, die uns alle mit großer Sorge erfüllen. Wir sollten endlich einmal das politische Sicherheitsventil ohne lästige Nebengeräusche öffnen![

1] Quelle: http://www.sr-online.de/nachrichten/29/1348407.html

[2] Quelle: http://www.dielinke-saar.de/nc/politik/presse/detail/zurueck/aktuelles/artikel/erneuter-vorfall-in-cattenom-sofortige-aufklaerung-gefordert

 

 

 


VON: DIRK SCHOLL






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