Schleswig-Holstein, NRW und jetzt noch Oskar?

15.05.12
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von Dirk Scholl

Zwei Landtagswahlen im Westen der Republik, zweimal das gleiche Bild des Jammers für die Partei DIE LINKE.

Mit 2,2 % im kühlen Norden hat diese noch nicht einmal die Hälfte des SSW (Partei der dänischen Minderheit) eingefahren. „Dänen lügen nicht“ witzelte einst Otto Waalkes in weiser Vorausschau auf den 29. April 2012. Der Tag bedeutet ein Verlust von 3,8 % und keinen Wiedereinzug ins Länderparlament, denn die Minderheitenregelung für die Dänen gelten nicht für DIE LINKEN, auch nicht für den Fall, dass sie mit Dänen kandidieren.

Und auch Im „Pott“ war kein Pott für die Roten zu holen. Das DFB-Pokalendspiel vom Samstagabend als böses Omen? In Berlin jedenfalls hauten die Gelben aus dem Ruhrpott die Roten aus der Bayernmetropole weg wie einen billigen Sparringspartner. Und vergleichsweise genauso erging es der Partei DIE LINKE im Vergleich zur „gelben FDP“ des smarten Christian Lindner.

Kein Wunder also, wenn jetzt Klaus Ernst sich ernsthaft überlegt, nicht wieder zu kandidieren. Dass er damit aber ausgerechnet Oskar Lafontaine den Vortritt verschaffen will, kann nur noch als kompletter Realitätsverlust verstanden werden.

Trotz zahlreicher Wahlkampfauftritte Lafontaines in beiden Bundesländern, in denen sicherlich immer wieder die alte, mittlerweile mehr als zerkratzte Platte aufgelegt wurde, gelang es dem in die Jahre gekommenen „Held der Arbeiterklasse“ nicht, diese für „seine Partei“ zu mobilisieren. Jetzt aber will er sich trotz nachgewiesenem Misserfolg als „Retter in der Not“ installieren lassen, wodurch vermutlich das Sinken des Schiffes nur noch zusätzlich beschleunigt wird. Und zu allem Überfluss wird die erneute „Machtergreifung“ auch noch an ominöse, nicht näher definierte Bedingungen geknüpft.

Das öffnet natürlich den Spekulationen Tür und Tor: Welche Bedingungen müssen wohl erfüllt werden, damit die Partei noch weiter abrutscht? Unbedingter Kadavergehorsam gegenüber dem kritikresistenten Heiland? In der Bundessatzung manifestierte Maulkorbbeschlüsse? Säuberungen auf allen Ebenen der Partei?

Wahlniederlagen lassen sich ja einmal verkraften. Bei der Vorankündigung eines politischen Suizids sieht die Sache aber anders aus! Eine Mitgliederbefragung muss her, um diese zukunftsweisende Personalfrage des Parteivorsitzes endlich einmal basisdemokratisch zu entscheiden!

Und alle demokratischen Genossinnen und Genossen, denen etwas an einer sozialistischen Alternative zum kapitalistisch-liberalen Allerlei der Etablierten tatsächlich liegt, sollten sich gegen einen neuen roten Führerkult mit der gebührenden Vehemenz stemmen. Ob da Dieter Bartsch die bessere Alternative wäre, steht natürlich auf einem anderen Blatt.

Schleswig-Holstein, NRW und jetzt auch noch Oskar? Das wäre wohl des Guten – besser gesagt des Schlechten zu viel…

Auch zu lesen unter www.dierotesaar.12see.de




VON: DIRK SCHOLL






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