Replik zu "Linkspartei für Kriminalisierung der religiösen Beschneidung"

10.10.12
LinksparteidebatteLinksparteidebatte, Antifaschismus, Kultur, News 

 

von Julia Dehl

"...Parteien wie die Linke und die Grünen leisten diesem Neuaufguss von Antisemitismus und Islamfeindlichkeit mit ihrer Kampagne gegen einen weit verbreiteten und elementaren Brauch von Juden und Muslimen Vorschub – diesmal unter dem Deckmantel von Kinderrechten und nicht, wie bisher üblich, von Frauenrechten...."

Genau das Gegenteil ist richtig:
Indem von Seiten der Medien und entsprechenden Interessensverbänden
mantraartig wiederholt wird, daß diese Diskussion in Wirklichkeit von antisemitischen oder rassistischen Motiven getragen sei, leisten sie einer Teilung der Gesellschaft Vorschub und arbeiten (was noch viel gefährlicher ist!) mit den tatsächlichen Antisemiten Hand in Hand, die nun unerkannt in der großen Menge agieren können.

Nicht alles, was religiösen Interessensvertretern nicht gefällt, ist antireligiös.
In diesem Fall handelt es sich um die Frage, ob kleinen Jungen aufgrund der Überzeugungen ihrer Eltern ein Stück ihres Körpers entfernt werden darf und welche potentiellen Folgen für den Betroffenen daraus erwachsen können.

Die Tatsache, daß der vorgelegte Gesetzesentwurf sich auf eine Stellungnahme der AAP bezieht statt auf die Stellungnahme der Deutschen Kinder- und Jugendärzte, die sich darüber "entsetzt" zeigten, spricht Bände:
Diese Stellungnahme der amerikanischen Kinderärzte, die von 30(!) weiteren pädiatrischen Fachverbänden kritisiert wurde, kam pünktlich mit der Forderung der Kostenübernahme für Zirkumzisionen durch die Krankenkassen. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt!
Die dieser Stellungnahme zugrunde liegenden Studien werden in der Fachwelt teilweise äußerst kontrovers diskutiert.
Aus diesem Grund MÜSSEN wir darauf bestehen, daß die körperliche Unversehrtheit für jeden Menschen in diesem Land- unabhängig von Alter, Herkunft oder Religionszugehörigkeit - unantastbar bleibt.
Diese Erkenntnis schulden wir unserer dunklen Vergangenheit in einem politischen System, das Operationen zum Gemeinwohl durchführen ließ, das Eingriffe an Wehrlosen erlaubte, das für Menschen bestimmter Weltanschauungen oder Herkunft besondere Gesetze erließ.
Nie, nie mehr wieder- egal aus welcher Motivation- sollten wir körperliche Integrität in Frage stellen.
Wie das ausgeht, wissen wir.






VON: JULIA DEHL


Linkspartei für Kriminalisierung der religiösen Beschneidung - 09-10-12 18:00




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