Replik auf den Beitrag von Klaus Horn zu "Warum Die Linke scheitern muss"

15.10.12
LinksparteidebatteLinksparteidebatte, TopNews 

 

von Bremer

Hallo Klaus,
 
ich hatte mir schon noch einige Gedanken mehr gemacht, warum die Linke aller Voraus- sicht nach scheitern wird. Bin zur Zeit dabei einen zweiten Teil zu schreiben, der nur die finanziellen Aspekte berücksichtigt. Das kam bei dem Diskussionsanstoß, den ich geliefert hatte nicht durch.
 
Zu dem was du geschrieben hattest, deshalb noch einige weitere Aspekte:
 
a) Jede Partei in Deutschland muss meines Erachtens sich in ihrer Politik auf die aktuelle Tagespolitik beziehen, wenn sie einigermaßen relevant sein will. Historisch betrachtet hat sich auch die 'USPD' in der Phase ihrer Gründung als Anti-Kriegspartei profiliert.
Das war das einigende Band aller Mitglieder. Aber bereits 1919 hat sich der revolutionär gesonnene Teil abgespalten und damit die 'KPD' zur neuen Massenpartei gemacht.
Der verbliebene Teil hat sich drei Jahre nach dem Weltkrieg 1922 wieder der SPD angeschlossen, nachdem der Krieg scheinbar nicht mehr Teil der Tagespolitik war. Die übrig gebliebene Rest-USPD ist dann im Lauf der Zeit bis 1931 sang- und klanglos "entschlafen".
 
b) In den Achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts haben sich um zwei Bundestags- abgeordnete der SPD, Linke gesammelt, die der Auffassung waren, daraus die neue Linkspartei "Demokratische Sozialisten" zu gründen zumal in der Bevölkerung eine Stimmung gegen die NATO-Nachrüstung war. Die dauerhafte Konstitution gelang jedoch nicht, da keine Verankerung mit den Bewegungen auf der Straße gelang. Stattdessen gelang es der "Verankerung auf die Straße" sich als politische Partei 'Die Grünen' zu konstituieren.
 
c) Auch die "Wahlalternative Arbeit und Soziale Gerechtigkeit" (WASG) gelang es im Gefolge der Sozialproteste 2005 eine Gefolgschaft im Westen der Republik aufzubauen. Mitglieder dieser Partei schafften es in diverse Parlamente. Aber das tagespolitische Thema ist seitdem etwas in den Hintergrund getreten, statt dessen treten die individuellen Motive der Protagonisten immer mehr in den Vordergrund.
 
Lese ich deine Replik auf meinen Artikel, so wird viel grundsätzliche Skepsis über "Demokratischen Sozialismus in Deutschland" deutlich. Ich meine nicht, daß dies ein spezifische "deutsches Problem" ist. Wenn ich dies schon auf der individuellen Ebene erklären will, so scheint mir eine andere Erklärung plausibler.
 
Bereits in der Vergangenheit habe ich kurz in einigen Ländern gearbeitet, in der neoliberales Gedankengut viel weiter in die Gesellschaft eingedrungen ist (z.B. USA & Chile). Dort fiel mir auf, das individuelles, unsolidarisches Verhalten in Bezug auf die materielle Lage wesentlich mehr verbreitet ist als in Deutschland. Daraus ziehe ich den Schluß, das der sogenannte "Neoliberalismus" auch die Menschen zu Einzelkämpfern macht. Und dieses Gedankengut ist partiell auch schon in die Linke "eingesickert".
 
Gruss Bremer


VON: BREMER


An den Verfasser von „Warum DIE LINKE scheitern muß“ - 14-10-12 20:43




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