Seit gestern in den Messehallen mit den Sozis

15.11.13
LinksparteidebatteLinksparteidebatte, TopNews, Politik 

 

von Klaus Horn

ein Aufwind für die DIE LINKE. Man bedenke: Ministerposten oder gar ein Auswärtiger in Sicht ab 2017. Durchhalten! Es sei denn, die dann fälligen Koalitionsverhandlungen mit den Sozis ziehen sich nicht bis 2021 hin. Wegen…Na, die Schuldigen dafür in den eigenen Reihen kennt Ihr ja: Sie wollten sogar die Spreewalder Doppelspitze G & G verhindern. 

Liebe GenossInnen in der AKL

Gestern haben wir uns auch für Euch in den Leipziger Messehallen geöffnet. Das fiel uns als zuverlässigste Partei Deutschlands gar nicht leicht. Denn wer kann schon wie wir auf Beständigkeit und Zuverlässigkeit seit nunmehr 150 Jahren zurückblicken?

Wir geben ja zu, dass wir anfangs mit Wilhelm und August auch so nach Eisenach unsere Schwierigkeiten hatte. Auch Marx und Engels versuchten da mitzumischen mit Randglossen und dergleichen Dinge. Aber dann ging es über den Burgfrieden, Ebert und Noske, Kurtchen Schumacher, die Programme von Bad Godesberg 1959, Erfurt 1989, Schröder und Peter Hartz 2003 geradlinig bis hin zum gestrigen Aufenthalt in der Messehalle vorwärts.

Unser Vorsitzender verfuhr gestern mit sich selbst wie Jaroslav Haseks braver Soldat Schwejk, der damals zu den Militärärzten Bautse und Krüllstein sagte: „Schonet mich niiihicht!“ Und so soll es auch bleiben in der Koalition ohne das geringste Fünkchen Abstrich von unserer Tradition ab 1914.

Sorge macht gerade Ihr uns seit geraumen Jahren. Wenn wir Euch genau betrachten, dann seid Ihr als einzige echte und seit 2006 strömende  Antikapitalisten in der LINKEN übrig geblieben. Denn die hat sich quasi inzwischen vom Oskar – oder er von ihr - getrennt und das Erhebende in den ostdeutschen Kanälen des grünen Spreewalds war etwas Ähnliches, weil nur die Doppelspitze G & G siegreich hervorging bzw. hervorgehen wollte und durfte. 

Auch gibt es seit geraumer Zeit Reformer in den linken Reihen, die sich hoffnungsvoll bemühen, groß und mächtig zu werden und sogar, wenn sie das wollen, eine Art von eigener und tapferer Nationalhymne „O muerte“ eines unbekannten Schöpfers vorfinden. Das alles aber zusammen erleichterte uns gestern die Öffnung für ein Bündnis.

Nur gerade Ihr bereitet uns mit Eurem Aufruf zur Neugründung Sorgen. Weil darin viele schreckliche Passagen zu entdecken sind: Der einzige linke antikapitalistische und parlamentarische Anspruch soll vor allem von Euren führenden Mitgliedern der Partei in Frage gestellt werden; ihretwegen droht die Ausstrahlung einzubüßen; Erfurter Programm und Partei sind heute in der Minderheit; zentrale Positionen drohen zu verwässern; Korrumpierungsgefahr bedroht Mandatsträger und hauptamtliche Funktionäre…Das ist ja ein Antivertrauensbündel gegen Eure Oberen ! Die sollen doch eines Tages einmal mit unseren Oberen verhandeln dürfen…

Schlimmer ist es noch um Eure Forderungen bestellt was die Bundeswehr, Rüstungsproduktion, Demilitarisierung, Kündigung der NATO, einseitige Unterstützung von Bürgerkriegen betrifft. Und dann heißt Eure Alternative sogar Sozialismus. Da bleibt uns die Spucke weg und könnte uns fast umhauen. Ob Eure Vorschläge für eine Öffnung der Partei für echte Debatten und Entscheidungen statt langweiliger Inszenierungen für die Presse und mit Formelkompromissen, jederzeitige Wahl- und Abwählbarkeit, Trennung von Amt und Mandat, Verhinderung von Amtsanhäufungen und Begrenzung von Einkommen der Hauptamtlichen auf Gegenliebe vor allem bei Euren Oberen auf Gegenliebe stoßen werden, möchten wir bezweifeln. Es lebt sich doch nicht schlecht für sie in deren so genannten Antikapitalismus. Wir sehen das auch nicht anders.

Das wären ein paar wenige Anmerkungen von uns. Noch vergeht viel Zeit bis 2017. Und es ließe sich vieles bei und durch Euch korrigieren. Vor allem Grundsätzliches!

Schließlich könnte auch für Euch ein Ministerposten in der nächsten Koalition der Lohn für ein richtiges und notwendiges Einlenken sein oder gar der ersehnte Auswärtige, bzw. Vize für alle LINKEN. Das ist doch ein Angebot.

Eure Sozis von gestern in der Messehalle.

P.S.:

Wir möchten nicht verschweigen, dass auch wir von Sorgen begleitet werden. Einige unter uns sind gegen die Koalition, sind nicht deren Freunde, sagen das offen, zum Beispiel der Genosse Hans Pawlovski, dazu noch ein Bayer, von der älteren Generation, ein Jüngerer von den Jusos… Daraus könnte unter gewissen Umständen eine Ansteckungsgefahr von der AKL ausgehen…


VON: KLAUS HORN






<< Zurck
Diese Webseite verwendet keine Cookies. Hier erfahrt ihr alles zum Datenschutz