Frank Laubenburg vor dem Aus

10.02.11
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Düsseldorfer Parteiversammlung forderte mit überwältigender Mehrheit Rücktritt vom Ratsmandat

Von Günther A. Classen

Seit mehr als einem Jahr kriselt es heftig in der Ratsfraktion der Linken. Der rüde Umgang des ehemaligen Fraktionschefs und inzwischen Ex-Kreiskassierers Laubenburg gegenüber den MitarbeiterInnen stieß nicht nur Rechtsanwältin Dapprich sauer auf, die in diesem Konflikt die Brocken hinschmiss und von ihrem Ratsmandat zurücktrat.

Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Angelika Kraft-Dlangamandla drohte gestern mit ihrem Rücktritt von ihrem Mandat. In einem eindrucksvollen, fast zehnminütigen Redebeitrag, bei sie spürbar um ihre Contenance rang, schilderte sie den systematischen "Psychoterror" und die Praktiken, mit denen sowohl sie als auch die Ratskollegen und GenossInnen Opitz und Yimbou von Laubenburg unablässig gemobbt wurden.

Im Zusammenhang mit Laubenburgs Verhalten übertrug die Fraktion schon zu Beginn des letzten Jahres, ihren Vorsitz von Laubenburg auf Gilbert Yambou. Die Stimmung in der Fraktion verschlechterte sich jedoch zusehends, da bis dato Laubenburg als Einziger die politische Kompetenz im Rat für sich beanspruchte.

Kassenführung nach Gutsherrenart
Auf der Jahreshauptversammlung im Oktober 2010 rügte Rechtsanwältin Dapprich in einem Rechnungsprüfungsbericht den Kassenwart Laubenburg ausführlich nicht allein wegen nachträglicher Manipulationen seiner Unterlagen, sondern zusätzlich wegen seines Umgangs mit  Parteigeldern nach Gutsherrenart und selbstherrlicher, ja bösartiger Vorgehensweise im Zusammenhang mit der Ausstellung von Spendenbescheinigungen.

Laubenburg ließ ihm nicht genehme Parteimitglieder monatelang auf vorgestreckten Geldern sitzen. In einem Fall führte Laubenburgs unbegründete Weigerung, eine ordnungsgemäße Spendenquittung auszustellen, sogar zum Einschreiten und einer massiven Rüge seitens des Landesvorstands.

Um einer Niederlage zuvorzukommen, trat Laubenburg nach diesem Prüfbericht erst gar nicht für das Amt des Kassenwarts oder eine andere Aufgabe im Parteivorstand an.

Parteiauschluss droht
Bis gestern weigerte er sich weiterhin, seine seit fast zwei Jahren ausstehenden Mandatsträgerabgaben zu begleichen, die sich nach vorläufigen Angaben auf inzwischen mindestens 15.000.- Euro belaufen sollen.

Unter Einschluss der dadurch entgangenen öffentlichen Finanzzuweisungen soll sich der für die Partei entstandene Schaden sogar auf rund 21.000.- Euro belaufen.

Damit droht ihm laut Satzung der Ausschluss aus der Partei.

Abgetaucht
Sämtlichen diesbezüglichen, inzwischen vom Parteivorstand per Einschreiben zugestellten, Gesprächsangeboten entzog sich der bislang als einschlägiger Strippenzieher innerhalb der Düsseldorfer Linken gefürchtete Machtmensch seit Monaten und blieb auch der gestrigen Parteiversammlung fern.

Ein Verhalten das Insider als „typisch“ für ihn bezeichnen.

Beschluss „Rücktritt vom Ratsmandat“
Nach einem bereits, vorliegenden Antrag, unterzeichnet von einer Reihe von Fraktions- und Parteimitgliedern, auf unverzügliche Klärung der dem gelernten Steuerfachangestellten vorgeworfenen Unstimmigkeiten im Rahmen von „eigenhändig vorgenommenen nachträglichen Korrekturen“ im Rahmen seiner Kassenführung und ebenso die unverzügliche Begleichung der ausstehenden Abgaben, hatten die Parteimitglieder endgültig die Nase voll und stimmten diesem mit nur einer Gegenstimme zu.

Nach einer heftigen Diskussion verabschiedete die Partei bei wenigen Gegenstimmen den weiteren Antrag, dass Laubenburg von seinem Ratsmandat zurücktreten solle.







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