Kapitalismus mit Gier!


Bildmontage: HF

20.04.17
LinksparteidebatteLinksparteidebatte, Debatte, Baden-Württemberg 

 

Wagenknecht kommt in das Dreiländereck

Von Siegfried Buttenmüller

Sahra Wagenknecht, Spitzenkandidatin der Partei Die Linke, kommt am 25 April  in das Dreiländereck Deutschland, Frankreich und der Schweiz. 

Um 18 Uhr 30 hat sie eine Rede auf dem Marktplaz Lörrach geplant und um 20 Uhr will sie bereits ihr Buch in  Basel vorstellen. Wagenknecht ist sehr umstritten und ihr Besuch eine gute Gelegenheit, ihre Positionierung zu  beleuchten. 

Machen wir uns dazu doch einmal Gedanken wie Wagenkecht von ihrem Wohnort, einer großen Millionärsvilla im saarländischen Ort Merzig, vermutlich in die Region gereist kommen wird.

Busunternehmen wie Flixbus bieten für den kleinen Geldbeutel eine schnelle  Busverbindung  zwischen dem Saarland und Südbaden an, doch solche   Verkehrsmittel dürften für wohlhabende Politikerinnen nicht in Betracht kommen. Eher schon ein Fahrdienst der von irgendwem oder der Bundestagsverwaltung bezahlt wird.

Zwischen dem Saarland und Südbaden / Schweiz liegt jedoch das Elsaß und wenn man keinen sehr großen Umweg machen will, fährt man im Saarland über die Grenze und über Frankreich. 

Der direkte und schnellste Weg geht vom Saarland über das Elsaß bis über  die Schweizer  Grenze nach  Basel und durch die  Stadt wieder über die Grenze  nach Deutschland  und Lörrach hinein zum Marktplatz. Also drei Grenzübertritte pro Fahrt, und mit Rückfahrt 6 Grenzübertritte.  Seit  vielen Jahren sind diese Grenzübertritte total problemlos und  gerade die Bewohner der  Metropolregion  Basel / Lörrach / Weil / Hünigen / Mühlhausen haben sich an diesen sehr  großen Fortschritt und an diese große Erleichterung sehr gewöhnt.  

Auch  Wagenknecht nutzt diesen Fortschritt der offenen Grenzen für sich persönlich und ihre Geschäfte und Interessen aus,  fordert aber dessen Abschaffung für die Allgemeinheit und die Wiedereinführung der Grenzkontrollen und Beschränkungen. Das  hat sie erst vor Wochen wieder sehr oft und  vehement bekräftigt, als sie im saarländischen Landtagswahlkampf auftrat.

Viel mehr noch, die Populistin Wagenknecht tritt wie die Rechten für den Austritt Deutschlands und Frankreichs  aus der EU (Dexit, Frexit) ein und für die Abschaffung  des Euro und  die Wiedereinführung nationaler  Währungen. Solche Politik würde die  Lage natürlich  radikal ändern und um viele  Jahrzehnte zurückwerfen, zum Nachteil der Menschen.

Auf ihrem  Weg nach Lörrach wird Wagenknecht auch durch die elsässische Metropole Sraßburg kommen,  dort wo sie  im  EU  Parlament war und sehr viel  Geld  bekommen hat. Dort als  Mitglied war sie noch nicht für die Abschaffung des Parlamentes und die Auflösung der  EU.

Sollte Wagenknecht  mit dem  Flugzeug kommen  wird sie  erst recht den  trinationalen Flughafen / Basel / Mühlhouse / Freiburg  inklusive mehrfacher  Grenzübertritte in Anspruch nehmen müssen, obwohl sie für Abgrenzung eintritt. Die Anreise per Bahn  würde in Basel badischer Bahnhof enden, einem binationalen Projekt, das auf offene Grenzen angewiesen ist.

Der Ort, wo sie zuerst auftreten will,  der  Marktplatz Lörrach, hat es auch in sich.  1849 riefen Gustaf  Struve und  andere radikale und soziale  Demokraten   hier die Republik aus und machten sich auf, ganz Deutschland  von den Fürsten zu befreien.  Viele hatten  zuvor in der Schweiz  und in  Frankreich Asylantrag stellen müssen, weil sie in Deutschland verfolgt wurden. Durch die Grenzen war die Region am Rand  gelegen, verarmt  und deshalb  die soziale Lage  sehr schlecht, was viele  mit zum Aufstand trieb. Bereits 1847 war der legendäre Hecker-Zug im Nachbarort Kandern (Schlacht bei Kandern) von den Söldner Freunden des von Goethe unter dem Kommando des hessischen Freiherrn von Gagern, vernichtet worden.

Mit Wagenknecht betritt jedoch ein absoluter Fan des von Goethe den Marktplatz, ausgerechnet jenes Dichters der der größte Feind und Gegner der  demokratischen und sozialen Revolution  war.  Und eine Befürworterin von „Obergrenzen“  und  eine „Gastrechtlerin“ wird reden, obwohl laut Wikipedia ihr Vater verschollen ist,  weil seine Aufenthaltserlaubnis nicht verlängert wurde, er also abgeschoben wurde. 

Und mehr noch, Wagenknecht ist ein großer Fan von Ludwig Erhard der als oberster Boss für die schlimme  Ausplünderung des Elsaß durch die Nazis  zuständig war, worunter die Menschen der Region noch heute leiden.

Bekannt ist das Wagenknecht ständig der Bewegung in den Rücken fällt, die  Faschismus, Rassismus und Populismus bekämpft. Diese Bewegung ist in der Region jedoch sehr aktiv und konnte die Rechten wie Pegida/AfD zurückdrängen und Tausende beteiligen sich in Helferkreisen.  Wagenknecht tritt  jedoch  gemeinsam mit Sarazzin im Fernsehen auf, was diesen stützt. Öfter nahm sie  die AfD in Schutz gegen Kritik aus Die Linke und übernahm sogar Forderungen von weiter Rechts. Ihr sehr  guter Freund ist  auch der  CSU Rechtsaußen Gauweiler, mit dem sie nur 2 Tage später wieder gemeinsam auftreten wird. Gauweiler ist noch viel weiter rechts als der bekannte Populist und CSU-Chef Seehofer 

Wagenknecht  und ihre  Ansichten passen nicht zu den Menschen  in der Region, das Klima wird daher wohl nicht nur wegen des Wetters frostig sein.  Ihre ganze Einstellung passt nicht zu den Menschen, wo Johann Peter Hebel nach wie vor sehr populärer Volksdichter ist. Ihm warf der von Wagenknecht bejubelte Adelsvertreter von Goethe vor das ganze Universum „verbauert“ zu haben.

Wagenknecht lässt sich nicht „verbauern“ und steigt nur in guten Hotels ab, bei hohen Gagen und Eintrittspreisen für ihre Showveranstaltungen. Im letzten Jahr besuchte Sie unter anderem die VW-Manager in Wolfsburg um über „Goethe und Marx“ - die sie beide nicht verstanden hat - zu spekulieren. Arbeitsloseninitiativen bemängelten dies und die sehr hohen Eintrittspreise sowie das luxuriöse Rahmenprogramm im VW-Hotel, das sich Wagenknecht und die Manager gönnten. Ganz sicher waren die Arbeits- und Lebensbedingungen der einfachen Menschen kein Thema bei diesem Gelage und auch die vielen Skandale und Betrügereien des VW-Managements nicht, aus dem ja auch der verurteilte Kriminelle Peter Hartz z.B. mit seinen „Hartz Gesetzen“ entstammt. Die abgehobenen Eliten und ihre Politbürokraten wie Wagenknecht bleiben gern unter sich und kritische Nachfragen über Manipulationen und schwerste Betrügereien sind unerwünscht.

Manchmal redet Wagenknecht jedoch auch per Monolog zu den „Bauern“, auf die sie ja vor Wahlen auch mal  angewiesen ist. So nun auf dem Marktplatz in Lörrach, was sie auf dem Weg zu ihrem Geschäft in Basel kurz absolviert.

Für wie dumm und rückständig hält sie die Menschen, wenn sie glaubt mit solch populistischen Phrasen von „Obergrenzen“, „Gastrecht“, „Dexit“, und Abschaffung des Euro auf Dauer Punkten zu können? Wie lang kann sich Ihre Partei Die Linke es sich leisten, Sie mit ihrem Populismus  als Frontfrau zu präsentieren? Der Einsatz der hier investiert wird ist hoch und der Preis muss ohne Nachlass  eingefordert und möglichst erhöht werden. Um Kritik an Wagenknecht abzuschmettern und den Parteitag zu überrumpeln, scheint sogar extra ein angebliches Attentat mit einer Torte inszeniert worden zu sein.

Auf ihre primitive Demagogie und Showverstaltung sollte auch niemand hereinfallen und sich nicht  blenden lassen.

Nach ihrer kurzen Rede in Lörrach wird sie wieder die Grenzen überqueren um dort Geld zu verdienen, die teuren Tickets  sind bereits ausverkauft.  Von solchen „Nebeneinkünften“ und ihrem sehr hohen Privatvermögen erfährt man allerdings nichts, obwohl Mandatsträger gehalten sind, diese zu veröffentlichen. 2 Tage später  tritt sie erneut im Norden mit ihrem Freund dem CSU Rechtsaußen Gauweiler, auch ein schamloser Populist und großer „Nebenverdiener“zu einer Showveranstaltung auf.

Kapitalismus ohne Gier, der Titel ihres Buches mit einem Teil ihrer oberflächlichen Ansichten, sieht anders aus und verhält sich anders.  

Siegfried Buttenmüller

Postfach 08 49

79008 Freiburg

 

Mail: Sigi79288@t-online.de

 

Anmerkung: Der Autor hatte 1992 bei einer Veranstaltung mit Wagenknecht in der AWO Freiburg mit 320 Personen selbst die Diskussionsleitung. Er hatte sie jedoch nicht eingeladen und außerdem fälschlich angenommen, damalige Stalinisten und Bürokraten wie Wagenknecht könnten nach dem Scheitern der Ostblockstaaten von ihrem Staatskapitalismus Abstand nehmen Einen Schlafsack hatte Sie zur Verwunderung von Bewegungsaktivisten schon damals nicht und war im neuen Best Western Hotel in Freiburg abgestiegen. Die Herrschenden Klassen der Staatsbürokraten und die der Kapitalisten sind sich zu ähnlich, wie man auch in Moskau und Peking gesehen hat. Die Interessen der Gesellschaft vertreten beide nicht, sind eher deren Übel.

 



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