Fast hätten sie mich gehabt


Bildmontage: HF

08.12.13
LinksparteidebatteLinksparteidebatte, Niedersachsen, TopNews 

 

von XXX

Nicht resignieren, sondern weiterkämpfen!

Liebe AntikapitalistInnen,
Liebe KampfgefährtInnen,

das Sektierertum sowohl des bartschistischen, als auch des stalinistischen Flügels des Kreisverbands der Göttinger LINKEN greift im Kampf gegen die echten Sozialisten unter uns zu Methoden, die jeglicher Solidarität und Emanzipatorik widersprechen.

So wurden bspw. persönliche Informationen wie mein bürgerlicher Name auf der Homepage des Kreisverbandes als verdeckter Content veröffentlicht, auf Facebook outete ein "Genosse" öffentlich sämtliche persönlichen Informationen über mich - damit Neonazis und anderes braunes Pack ein leichtes Spiel haben würden.

Ich konnte diese Vorgehensweise zur Bekämpfung der eigenen GenossInnen nicht glauben. Ich suchte den Kontakt zu unserem Kreisvorstand, der sich um die Angelegenheiten kümmern sollte. Dieser schwieg die Sache lieber tot, als sich der Sache anzunehmen und sich bei mir zurückzumelden. Das hat Systematik. Während meistens junge, engagierte SozialistInnen auf der Straße gegen Kapital und Nazis kämpfen, blockt der Partei-Apparat sämtliche inhaltlich-kritische Diskussionen über politische Aktionen ab.

Das bundesweit überdurchschnittliche Wahlergebnis trügt darüber hinweg, dass Göttingen wirklich eine Hochburg der Partei DIE LINKE sei. Nein, selbst DIE GRÜNEN stecken mehr Arbeit in die lokale Antifa als unsere eigenen "GenossInnen". DIE LINKE KV Göttingen hat ein sehr gestörtes Verhältnis zu anderen linken und fortschrittlichen Gruppierungen, allen voran der Sozialistischen Alternative (SAV), der ich angehöre.

Das ist im ganzen Landesverband ähnlich zu beobachten, eine der Erbkrankheiten des ehemaligen PDS-Syndikats ist eine an Hass grenzende Abneigung gegenüber TrotzkistInnen.
Das ist aber nur Ausdruck darüber, dass diese Leute keine eigenen politischen Argumente für die Überwindung des Kapitalismus vorweisen können. Weil sie sich dessen bewusst sind, gleichzeitig aber wegen gestandenen MarxistInnen um ihre Mehrheit bangen müssen, greifen sie zu solchen hilflosen Methoden wie das "Outing" der eigenen GenossInnen. Es geht ihnen nicht um politische Kontroversen, sondern lediglich um den eigenen Machterhalt.

Ich war so geschockt und fassungslos, dass ich in dieser Woche ernsthaft über meinen Parteiaustritt nachdachte. Wie könnte ich diesem Verein nur ernsthaft politisch beistehen und ihn auf dem Wahlzettel mit meiner Stimme unterstützen? Wie könnte ich mit Leuten solidarisch sein, die meine Identität der Öffentlichkeit und Faschisten offenbaren? Wie mit Leuten zusammenarbeiten, die mein Vertrauen und mein Engagement bis aufs Übelste missbraucht haben?

Mein Parteiaustritt war bereits fertig formuliert und unterschrieben. Doch dann wurde mir am selben Abend, nachdem ich mich mit einem Genossen und gutem Freund traf, eine Sache klar: Würde ich meinen Austritt offiziell machen, würden diese Sektierer über mich triumphieren. Würde sie über mich triumphieren, würde ich ihre Methoden akzeptieren und den Kampf aufgeben.

Lasst euch hiermit gesagt sein:

Solange ich atme, kapituliere ich vor niemandem! Weder vor dem Kapitalismus, noch vor reaktionären Arschlöchern und erst recht wohl nicht vor einem bürokratischem Partei-Apparat!

Aufgeben widerspricht meiner Natur und meiner politischen Überzeugung. Ich bin überzeugter Marxist und engagiere mich als Länderratsdelegierter in der Antikapitalistischen Linken - dort, wo die konsequenten SozialistInnen in der Partei vertreten sind.

An all diejenigen, die mit ähnlicher politischer Ausgrenzung zu kämpfen haben: Ihr dürft niemals zurückweichen! Bleibt in der Partei DIE LINKE und seid standhaft gegen eine kleine bürokratische Minderheit, die sich solcher Methoden bedienen mag. Organisiert euch weiterhin, denn alleine machen sie euch fertig!

Mit sozialistischen Grüßen aus Göttingen

XXX







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