Niedriglohn-Alptraum Fleischindustrie: Da helfen nur Tarifverträge!

22.09.21
NRWNRW, News 

 

Von DIE LINKE. NRW

In der Fleischindustrie NRWs arbeitet mehr als die Hälfte der sozialversicherungspflichtigen Vollzeitbeschäftigten zum Niedriglohn. Damit liegt die Niedriglohnquote der Branche mit 50,1 Prozent dreimal höher als in der Gesamtwirtschaft, wo sie bei 17,1 Prozent liegt. Das belegen aktuelle Zahlen für das Jahr 2020. Die Stellvertretende Landessprecherin von DIE LINKE NRW, Ulrike Eifler, sagt dazu: „Die Zahlen zeigen, das Verbot von Werkverträgen in der Fleischindustrie war mehr als überfällig. Insbesondere in NRW ist die Branche in den vergangenen Jahren zur Dumping-Branche verkommen. Das monatliche Durchschnittseinkommen hier liegt bei nur 2.247 Euro."

Eifler zugolge ist die Zahl der Beschäftigten in der Fleischindustrie in den vergangenen zehn Jahren um knapp die Hälfte angestiegen. Damit ist NRW das Bundesland mit den meisten Beschäftigten in der Fleischindustrie vor Bayern und Niedersachsen. Vor zehn Jahren lag es noch auf Platz zwei hinter Bayern. „Dass im gleichen Zeitraum die Zahl der Auszubildenden in der Branche um ein Drittel gesunken ist, zeigt deutlich, dass der Beschäftigungsanstieg offenbar nicht mit gut ausgebildeten Fachkräften einhergeht," so Eifler.

Aus Sicht der LINKEN besteht dringender Handlungsbedarf. Eifler, die auch Gewerkschaftspolitische Sprecherin der NRW-LINKEN ist, fordert eine Ausweitung des Verbots von Werkverträgen auch auf andere Bereiche: „Die Bundesregierung muss den Missbrauch von Werkverträgen überall stoppen und das Verbot auf andere Branchen übertragen, etwa auf die Paketdienste, den Handel oder die Logistik. Doch am Ende des Tages wirken gegen Niedriglöhne nur gute Tarifverträge. Die müssen von den Beschäftigten und ihren Gewerkschaften erkämpft werden. Dafür braucht es Rückendeckung aus der Politik. Die Bundesregierung muss endlich die Allgemeinverbindlich-Erklärung von Tarifverträgen erleichtern. Damit wir gute Arbeit bei guten Löhnen in allen Branchen bekommen," so Eifler abschließend.







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