"Die Präsentation der kämpfenden Truppe auf Volksfesten wie dem NRW-Tag in Siegen ist unangemessen"

04.11.10
NRWNRW, News 

 

Zur Antwort der Landesregierung auf die kleine Anfrage bzgl. der  Bundeswehrwerbung beim NRW-Tag in Siegen erklärt Ali Atalan, friedenspolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE:

„Soldat ist kein Beruf wie jeder andere. Der relativierende Vergleich, den Ministerpräsidentin Kraft zu den Dienstleistungsberufen wie Feuerwehr und Polizei zieht, hinkt gewaltig. Das Werkzeug des Soldaten ist die Waffe, nicht der Feuerlöscher. Nicht umsonst ist im Grundgesetz nur bei der Tätigkeit des Soldaten die Möglichkeit des Verweigerns aus Gewissensgründen vorgesehen.

Mit den öffentlichkeitswirksamen Aktivitäten der Bundeswehr wird der falsche Eindruck verbreitet, die Bundeswehr sei eine Art humanitärer Hilfsverein. Richtig hingegen ist, dass Soldaten der Bundeswehr für tödliche Handlungen weltweit im bewaffneten Einsatz sind. Dabei tragen sie auch ohne Skandale wie der Bombardierung des Tanklastzugs in Kunduz vor einem Jahr zu einer Verschlechterung der Situation für die dort lebenden Zivilbevölkerung bei.

So ist und bleibt die Präsentation der kämpfenden Truppe auf Volksfesten wie dem NRW-Tag in Siegen unangemessen und verharmlost die Tätigkeit der Soldaten. Junge möglicherweise in der Phase der Berufsfindung stehende Menschen bekommen auf diese Weise ein unrealistisches Bild vom Soldatenberuf und geraten später als Soldat in Situationen, die sie unweigerlich überfordern.“







<< Zurck
Diese Webseite verwendet keine Cookies. Hier erfahrt ihr alles zum Datenschutz