Der Arbeitsmarktbericht NRW vom Oktober 2010 oder wie die Statistik gefälscht wird.

01.11.10
NRWNRW, News 

 

"Dass die Aufschwungparolen mit den realen Arbeitslosenzahlen nicht das Geringste zu tun haben, lässt sich unschwer feststellen, wenn man den Arbeitsmarktbericht vom Oktober 2010 einmal genauer unter die Lupe nimmt," erklärt Jürgen Aust, arbeitsmarktpolitischer Sprecher des Landesvorstands DIE LINKE. Nordrhein-Westfalen.

„Aufschwung am NRW-Arbeitsmarkt geht weiter“, lautet die Überschrift der Pressemitteilung, mit der die Regionaldirektion NRW die aktuellen Zahlen zur Entwicklung der Arbeitslosigkeit in NRW für Oktober 2010 vorstellt. Nahezu euphorisch wird darauf verwiesen, dass nur noch 735.624 Menschen arbeitslos gemeldet seien und damit 48.691 weniger als im Vergleichsmonat des  Vorjahres. NRW-Arbeitsminister Schneider (SPD) gibt sich ebenfalls "optimistisch" angesichts der neuen Zahlen. „Der Arbeitsmarktbericht weist in seinen Anlagen aus, dass real 965.106 Personen als arbeitslos registriert sind, was in dem Bericht als Unterbeschäftigung bezeichnet wird. Rechnerisch liegt die tatsächlich registrierte Arbeitslosigkeit um ca. 230.000 Menschen und damit um ca. 30 Prozent (!) höher als die offiziellen Zahlen”, erklärt Aust.

Dass die offizielle Arbeitslosigkeit auf manipulierten Zahlen beruht, wurde durch die Hartz-Gesetzgebung eingeführt. Danach werden alle diejenigen statistisch nicht mehr erfasst, die zwar arbeitslos sind, aber zum Beispiel Trainings- oder Weiterbildungsmaßnahmen absolvieren, die sich in sogenannten Arbeitsgelegenheiten oder aber im Vorruhestand befinden. Während in NRW aktuell 1.167.861 erwerbsfähige Personen ALG ll beziehen, sind davon in der offiziellen Statistik lediglich 538.857 als arbeitslos erfasst, so dass mehr als 50 Prozent der Hartz-Betroffenen aus der offiziellen Arbeitslosenstatistik gewissermaßen entsorgt werden.

„Das Ausmaß der realen Arbeitslosigkeit beweist, dass die herrschende Arbeitsmarktpolitik im Bund und NRW nur als Bankrotterklärung bezeichnet werden kann.“ meint Aust.







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