DIE LINKE. Gütersloh: Die Schönheit der Vielfalt!

08.05.12
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Erol Dora, erster christlich-assyrischer Abgeordneter der Türkei zu Gast in Gütersloh

Von Michael Pusch

Am Sonntag, dem 6. Mai 2012, fand eine außergewöhnliche politische Veranstaltung in Gütersloh statt. In den Räumen der St. Maria Kirchengemeinde war Erol Dora zu Gast. Er ist der erste christlich-assyrische Abgeordnete im türkischen Parlament. Erol Dora ist Mitglied der BDP, der Partei des Friedens und der Demokratie. In Gütersloh an seiner Seite Hamide Akbayir und Ali Atalan, alte und hoffentlich neue Abgeordnete der Linken im Landtag in NRW, und Ludger Klein-Ridder, Direktkandidat der Linken in Gütersloh. Rund 150 Gäste nahmen an der dreistündigen, fünfsprachigen Veranstaltung teil.

Johann Roumee vom Kreisverband DIE LINKE. Gütersloh begrüßte die Gäste auf türkisch, aramäisch und deutsch. Als erste sprach Hamide Akbayir. Die Politikerin der Linken möchte weiterhin Türken, Kurden, Assyrern und anderen Minderheiten eine Stimme im Landtag geben. Sie kämpft dafür, dass alle frei und ohne Angst in einem sozial und ökologisch lebenswerten Land leben können.

Dann hatte Ludger Klein-Ridder Gelegenheit sich vorzustellen. Er ist vielen Jahren aktiv in der Friedensbewegung, im Gütersloher Flüchtlingsrat und vielen anderen Initiativen. Sein Wunsch ist es, dass „alle Menschen zusammen wachsen“. Deshalb ist für den Gesamtschullehrer auch „Eine Schule für Alle“ das Ziel. Ludger Klein-Ridder will nicht nur „die Bankenmilliarden zurückholen in die Gesellschaft.“ Er verlangt eine angemessene Besteuerung von Vermögen, Konzernen, Erbschaften und Spitzeneinkommen und einen gesetzlichen Mindestlohn. Er tritt für ein bedingungsloses Grundeinkommen ein, das allen ein Leben in sozialer Sicherheit und Würde garantiert. „Ich mache mir große Sorgen um die Menschen am unteren Ende der Gesellschaft.“

Ali Atalan ist migrations- und friedenspolitischer Sprecher der Linken in NRW. Er ist Jeside, gehört also jener kurdischen Minderheit an, die in der Türkei besonders unterdrückt wird. „Wir hoffen, dass wir die Schönheit der Vielfalt der Ethnien, der Kulturen und der Religionen, die wir in diesem Raum erleben bald auch in der Türkei erfahren!“ so Ali Atalan.

Als letzter Redner kam Erol Dora zu Wort. Er ist der erste christlich-assyrische Abgeordnete im türkischen Parlament. Das gelang ihm als Kandidat der linken BDP, der Partei des Friedens und der Demokratie.

Unterstützt wurde die BDP von der deutschen Linken und von Ali Atalan. „Wir stehen für die Gleichheit aller Völker, aller Ethnien, aller Religionen,“ so Erol Dora. „Wir alle müssen Sprache und Kultur bewahren dürfen. Der zwangsweise Religionsunterricht muss abgeschafft werden. Er demütigt die Menschen. Wir fordern den Unterricht in der Muttersprache und stellen uns gegen Verbote und Ausgrenzungen. Wir wollen nicht, dass Menschen wegen ihrer ethnischen Herkunft ihre Heimat verlassen müssen. Auch die kurdische Frage ist unser aller Problem. Nur ein Dialog kann zur Lösung führen,“ verlangt Erol Dora.

Nach den Redebeiträgen gab es eine lebhafte Diskussion zu Fragen der Landespolitik in NRW und zu Geschichte, Gegenwart und Zukunft der Türkei. Alle waren sich einig in der Verurteilung des Völkermordes an Assyrern, Armeniern und Griechen im Osmanischen Reich nach 1915. Verlangt wurde auch die sofortige Freilassung aller in der Türkei inhaftierten politischen Gefangenen.

„Wenn man sich klar macht, wie wichtig solche Veranstaltungen für das friedliche Miteinander der Bevölkerungsgruppen sind, muss man sich fragen, warum in der „Medienstadt Gütersloh“ lediglich ein kurdisches Fernsehteam, aber kein Vertreter hiesiger Medien zugegen war,“ so Herbert Wessel, Sprecher der Linken im Kreistag Gütersloh. „Der Kreisverband DIE LINKE. Gütersloh bedankt sich bei allen Gästen und bei allen, die diesen Abend möglich gemacht haben! Ein hoffnungsvolles Zeichen in einer Zeit, in der verstärkt Rassismus und Krieg als Lösung angeboten werden,“ so Johann Roumee und Michael Pusch vom Kreisvorstand der Linken.

 







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