Unterstützung für Verkäuferinnen

14.07.13
NRWNRW, Soziales, Wirtschaft 

 

von Helmut Born

Konferenz mit Bernd Riexinger in Gelsenkirchen diskutierte aktuellen Arbeitskampf

Wie können Beschäftigte ihre Rechte gegen scheinbar übermächtige Konzerne durchsetzten? Wie kann eine linke Partei dabei helfen? Das diskutierten über 70 Gewerkschaftsaktive am 14. Juli auf Einladung der NRW-LINKEN im IG Metall-Haus Gelsenkirchen. Prominenter Gast: LINKEN-Parteichef Bernd Riexinger,

„Wir müssen nicht nur Schluss machen mit den Niedriglöhnen, sondern auch mit Werkverträgen und befristeter Beschäftigung. Dadurch sind die Menschen ständiger Unsicherheit und Willkür ausgesetzt“, sagte der Parteivorsitzende und betonte: „Leiharbeit ist und bleibt moderne Sklaverei, und die Sklaverei ist abgeschafft“. Deshalb wolle seine Partei eine neue Regulierung des Arbeitsmarktes. „Das ist eine zentrale Aufgabe linker Politik“, meinte er. „Mehr als vier Millionen Menschen verdienen weniger als sieben Euro brutto die Stunde. 1,5 Millionen bekommen nicht einmal fünf Euro“, erläuterte Riexinger und stellte fest: „Viele von ihnen arbeiten im Einzelhandel. Es ist kein Zufall, dass sich in dieser Branche die Beschäftigten jetzt gegen Billiglöhne wehren müssen“, meinte Riexinger mit Blick auf die aktuelle Tarifauseinadersetzung im Handel. Und eben aus diesem Tarifkonflikt berichtete Silke Zimmer, die ver.di-Landesfachbereichsleiterin im Fachbereich Handel. Sie schilderte, mit welchen Mitteln die dortigen Unternehmen versuchen, die Tarifstandards der Branche zu untergraben. „Das ist ein Generalangriff auf die Gewerkschaften und gewerkschaftliche Errungenschaften“, sagte sie und erinnerte daran, dass die Arbeitgeber in dieser Tarifrunde nicht nur den Wegfall verschiedener Zulagen durchsetzen wollen, sondern sogar eine neue Niedriglohngruppe. Über die Situation angestellter, unterbezahlter Lehrerinnen und Lehrer berichtete Ute Lorenz, Referentin der GEW NRW für Tarifpolitik. Wie sie erläuterte, sind landesweit derzeit 40.000 Lehrkräfte betroffen, davon 12.000 nur befristet und damit prekär Beschäftigte. Murat Yaman, Vize-Betriebsratschef von Opel Bochum, berichtete vom Kampf gegen die Schließungspläne des Auto-Giganten General Motors. Derzeit wird vor einer Einigungsstelle über die Zukunft der Bochumer Werke und tausender Jobs verhandelt – angeblich ergebnisoffen. Es mehren sich Zweifel, ob die Konzernspitze es ernst meint. Nach Betriebsratsangaben wird ungeachtet der Verhandlungen die Verlagerung der Produktion nach Rüsselsheim vorbereitet. In der kommenden Woche soll es ein weiteres Spitzengespräch zwischen Bochumer Betriebsrat und der Konzernspitze geben. Yaman gab sich optimistisch und betonte: „Wir lassen uns nicht einfach abwickeln.“

Am Ende der Konferenz setzten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein praktisches Zeichen der Solidarität: Sie unterstützten die Forderungen der Handels-Beschäftigten mit der Verteilung von Solidaritätskarten an Kunden auf der Gelsenkirchener Bahnhofsstraße




VON: HELMUT BORN






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