Avery Dennison: Sozialplan vereinbart
„Die Wut in einen langen Zorn verwandeln“


03.10.09
NRWNRW, Wirtschaft, News 

 

von Otto König
1. Bevollmächtigter IG Metall Gevelsberg-Hattingen

169 Menschen verlieren Arbeitplatz

„Wir müssen unsere Wut in einen langen Zorn verwandeln“, kommentiert der Betriebsratsvorsitzende Björn Kurrek, den „Rauswurf“ von 169 Beschäftigten am Standort Sprockhövel und fügte hinzu: „Wieder werden auf dem Altar des Profits Arbeitsplätze geopfert.“ Die Strategie des Konzerns Avery Dennison sich auf „200 Top-Kunden“ zu konzentrieren und damit auf die Produktion von Web- und Drucketiketten in Sprockhövel weitgehend zu verzichten, „ist falsch und durch nichts begründet“. Hier werde auf dem Rücken der Betroffenen und ihren Familien die Gier der amerikanischen Aktionäre befriedigt.

Die weitgehende Schließung der Produktion sei leider nicht abzuwenden gewesen. „Dennoch ist es uns durch den massiven öffentlichen Druck gelungen 21 Arbeitsplätze mehr als geplant vor Ort zu erhalten“, betont Björn Kurrek. Der Bereich Ticketing (Anhängeetiketten bei Kleidung) werde nicht wie ursprünglich vorgesehen nach England verlagert. Das Entwicklungs- und Musterzentrum für Webe- und Drucketiketten werde auf Vorschlag des Betriebsrates personell aufgestockt. 169 Stellen würden jedoch abgebaut, so dass am Standort in der Kleinbeckstrasse 131 Beschäftigte verbleiben würden. Kurrek: „Ein wichtiges Anliegen war für uns auch die Sicherung der Ausbildung“. So wurde vereinbart, dass ab 2010 zwei Auszubildende pro Ausbildungsjahr eingestellt werden.

„In harten Verhandlungen wurde ein Sozialplan erreicht, der in der Region einmalig ist“, so die IG Metall Gevelsberg-Hattingen Den vom Arbeitsplatzabbau Betroffenen werde einerseits der Wechsel in eine Transfergesellschaft angeboten. Die mögliche Verweildauer in dieser Gesellschaft betrage mindestens vier und längstens 12 Monate. Das sei abhängig von den Kündigungsfristen des Beschäftigten. Andererseits erhalten die Arbeitnehmer eine Abfindung, die sich aus den Jahren der Betriebszugehörigkeit multipliziert mit 1,3 Bruttomonatseinkommen errechnet. Weihnachts- und Urlaubsgeld würden anteilig gezahlt. Hinzu kommen Sonderbeträge für Kinder und Schwerbehinderte. Für einen Härtefond stehen zusätzlich 25.000 Euro zur Verfügung. Der Sozialplan habe eine Laufzeit bis 31. 12.2012.

„Ohne unsere Aktionen und Demonstrationen hätten wir diesen Soziaplan nicht erreicht“, stellt Björn Kurrek selbstbewusst fest und fügt an:. „Es war richtig mit den Kollegen von O&K Antriebstechnik in Hattingen, den ‚Pakt der Solidarität zu schließen.“
Wir werden deren Kampf, der weitergeht, auch künftig unterstützen.







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