DIE LINKE. Gütersloh: A33 - mit Vollgas in die Sackgasse?

09.01.12
NRWNRW, OWL, News 

 

Bis hin zur Lächerlichkeit äußern sich zurzeit Politiker und Politikerinnen im Altkreis Halle um den Lückenschluss der A33 durchzusetzen. Politiker, von denen wir sonst nie etwas hören, wie der stellvertretende Haller Bürgermeister Dieter Baars, machen die peinlichsten Vorschläge. Zu lesen im Haller Kreisblatt vom 2. Januar. Der Kreisverband DIE LINKE. Gütersloh stellt die Frage, ob der Autobahnbau wirklich der richtige Weg in die Zukunft ist.

„Der Protest der Bürgerinnen und Bürger von Steinhagen bis Borgholzhausen ist berechtigt. Die Beeinträchtigungen und Gefährdungen durch Pkws und Güterverkehr sind nicht länger hinnehmbar“, so Michael Pusch, der Sprecher des Kreisverbandes DIE LINKE. „Mit dem Bau der A33 werden aber der Individualverkehr und der Gütertransport auf der Straße im wahrsten Sinne des Wortes für Jahrzehnte zementiert. Die Autobahn und die Ausweisung neuer Gewerbeflächen werden den Tatenhausener Wald und Teile der Patthorst unwiderruflich zerstören. Zwei der schönsten Gebiete im Kreis Gütersloh werden einer Verkehrspolitik geopfert, die in die Sackgasse führt“, begründet Uschi Kappeler, Sprecherin des Kreisverbandes, die Zweifel der Linken. „Seien wir ehrlich, des „Deutschen liebstes Kind“, das Auto (welch vernichtendes Urteil!) hat in der jetzigen Form keine Zukunft. Biokraftstoff und Elektroautos sind keine Alternative. Hunger, Krieg und Atomkraft sind ein zu hoher Preis dafür, dass wir uns isoliert in unseren Blechkisten von A nach B bewegen“, stellt Michael Pusch fest.

„Eine grundsätzlich andere Verkehrspolitik ist unumgänglich. Der Öffentliche Personennahverkehr muss massiv ausgebaut werden. Kürzere Taktzeiten, bezahlbare Preise und ein Sozialticket, das wirklich allen die Nutzung von Bussen und Bahnen ermöglicht, müssen her“, verlangt Uschi Kappeler.

„Kommen wir zum Straßengüterverkehr. Ökologisch ist eine massive Reduzierung unvermeidbar“, so Michael Pusch. „Bleibt die Frage nach den Arbeitsplätzen. Wenn wir uns die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten bei Speditionen und Kurierdiensten anschauen, kommen wir zu dem Schluss, das auch hier weniger mehr ist: Kürzere Arbeitszeiten, mehr Geld und mehr soziale Sicherheit. Zudem wird der Ausbau des Öffentlichen Personennahverkehrs alternative Arbeitsplätze schaffen.“

„Zur Reduzierung des Verkehrs ist aber auch die Regionalisierung wirtschaftlicher Kreisläufe wichtig. Zum Beispiel sollte die Produktion und Vermarktung von Nahrungsmitteln vorrangig regional erfolgen. Auch medizinische Versorgung, Bildung und Kultur müssen für jeden gut erreichbar sein.

Grundsätzlich dürfen sich politische Entscheidungen nicht am kurzfristigen betriebswirtschaftlichen Gewinn orientieren, sondern müssen die langfristigen volkswirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Folgen berücksichtigen. Dann stellt sich auch die Frage neu: Ist die A33 ihren Preis wert oder hätten unsere Kinder und Enkel mehr davon, wenn wir den Tatenhausener Wald und die Patthorst bewahren würden? DIE LINKE kommt da vielleicht zu anderen Antworten als jene, deren Politik ein fauler Kompromiss aus dem Schielen auf die nächsten Wahlen und den Interessen ihrer Geldgeber ist. Es ist aber schön zu wissen, dass bei wichtigen Anlässen selbst Bundesstraßen blockiert werden dürfen“, so der Kreisverband DIE LINKE. Gütersloh.

 

Uschi Kappeler, Sprecherin DIE LINKE. Kreis Gütersloh

Michael Pusch, Sprecher DIE LINKE. Kreis Gütersloh

 







<< Zurck
Diese Webseite verwendet keine Cookies. Hier erfahrt ihr alles zum Datenschutz