Arbeitslosigkeit in NRW weiterhin auf hohem Niveau

01.08.15
NRWNRW, News 

 

Von DIE LINKE. NRW
 
Zum Arbeitsmarktbericht NRW Juli 2015 kommentiert der Sprecher für Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik der LINKEN.NRW, Jürgen Aust:
 
"Auch der aktuelle Arbeitsmarktbericht zeigt erneut mehr als deutlich, dass von Entwarnung am Arbeitsmarkt keine Rede sein kann, vielmehr sind die Arbeitslosenzahlen bei den eigentlichen Problemgruppen auf einem unverändert hohen Niveau. Nicht nur dass die allgemeine Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vormonat um ca. 18.000 auf 760.474 arbeitslose Menschen angewachsen ist, sondern insbesondere ist bei den sog. Langzeitarbeitslosen, Ausländer*innen und jungen Menschen zwischen 15 und 25 Jahren ein teilweise drastischer Anstieg zu verzeichnen. So stieg allein in der Altersgruppe der 15 - 25 Jährigen die Arbeitslosigkeit in den letzten drei Monaten um ca. 12.600 Personen auf inzwischen 75.413 Arbeitslose. Und auch im Monat Juli ist die Zahl der von Hartz IV betroffenen Menschen wiederum gestiegen und erreicht mit 1.185.578 erwerbsfähigen Leistungsberechtigten einen neuen Höchststand.
 
"Bei der Präsentation des Arbeitsmarktberichtes fällt der Chefin der Regionaldirektion NRW, Christiane Schönefeld, dazu nicht mehr ein, als diese Zahlen schönzureden, wenn sie die strukturellen Probleme darauf reduziert, dass sich die Arbeitslosigkeit bei den Jüngeren in den nächsten Monaten wieder abbauen würde und sie insbesondere in der Zuwanderung von Flüchtlingen eine Chance für den NRW-Arbeitsmarkt sieht. Diese mehr als zweifelhaften Zukunftsprognosen sind in der Regel nichts als Lippenbekenntnisse, da der Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit nur zu einem geringen Teil auf Schulabgängern beruht und andererseits Flüchtlinge ganz überwiegend vom Arbeitsmarkt ausgeschlossen bleiben.  Über die unverändert hohe Langzeitarbeitslosigkeit und den erneut dramatischen Anstieg im Hartz IV-Bereich verliert sie demgegenüber kein Wort. Diese politische Ignoranz ist Ausdruck dafür, dass die neoliberale Arbeitsmarktpolitik diese Menschen trotz gegenteiliger Beteuerungen längst abgeschrieben hat, weil sie in ihrem Politikverständnis nicht mehr "marktfähig" sind. Deshalb wurden in den letzten Jahren die Mittel für die aktive Arbeitsmarktpolitik drastisch zusammengestrichen. Wenn diese Menschen überhaupt noch Hoffnung haben sollen, dass sich an ihrem Elend etwas ändern könnte, dann bedarf es eines deutlichen Kurswechsels in der Arbeitsmarktpolitik, wie ihn DIE LINKE seit langem fordert. In erster Linie ist dafür ein öffentliches Beschäftigungsprogramm erforderlich, welches die Langzeitarbeitslosigkeit tatsächlich bekämpft, statt sich beständig in kosmetischen Korrekturen zu erschöpfen."







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