NRW-Rentner*innen dürfen nicht für Corona-Krise zahlen

04.05.20
NRWNRW, Soziales, News 

 

Von DIE LINKE. NRW

Nachdem sich Professor Bert Rürup erfolgreich an der Privatisierung der gesetzlichen Rente beteiligt und damit Banken und Versicherungen ein gutes Geschäft verschafft hat, will er nun Rentner*innen zur Kasse bitten, um die Folgen der Corona-Krise abzumildern. „Jeder fünfte Euro des deutschen Industrieumsatzes wird in NRW erwirtschaftet. Entsprechend hart werden die Folgen der Corona-Krise das bevölkerungsreichste Bundesland treffen. Kommunen und Land werden Steuereinnahmen in Milliardenhöhe fehlen. Hinzukommt, dass die Kaufkraft sinken wird. Die folgenden politischen Verteilungskämpfe aber ausgerechnet auf den Rücken der knapp vier Millionen NRW-Rentner*innen austragen zu wollen, ist ein Skandal“, erklärt Ingrid Jost, rentenpolitische Sprecherin im Landesvorstand von DIE LINKE NRW.

 

„Die reguläre durchschnittliche Altersrente in NRW lässt kaum Spielraum: 1467 Euro erhalten Männer vor Abzug von Steuern sowie Kranken- und Pflegeversicherung, Frauen 1009 Euro – daran wird auch die sogenannte Mütterente nur marginal etwas ändern, zumal Frauen, die vor 1992 Kinder geboren haben, weniger Rentenpunkte gutgeschrieben bekommen, als Frauen, die danach Kinder zur Welt gebracht haben. Zudem steigt die Zahl der Menschen über 65 Jahre, die auf Grundsicherung im Alter angewiesen sind, in NRW deutlich stärker an als im Bundesdurchschnitt. Diese Menschen werden sich verhöhnt vorkommen, wenn in der Corona-Krise ein unbegrenzter Schutzschirm für Betriebe aufgespannt wird, die einerseits staatliche Hilfe anfordern und es sich andererseits leisten können, Dividenden auszuschütten. Deshalb gilt für NRW mehr als für jedes andere Bundesland: Finger weg von der Rente“, fordert Jost.

 

„In seinem Artikel im Handelsblatt vom 1. Mai verweist Professor Bert Rürup auf Österreich, ohne aber zu erwähnen, dass dort die Renten erheblich höher sind als in Deutschland, unter anderem weil alle in eine Rentenkasse einzahlen. Genau dieses Rentenfinanzierungsmodell ist gleichwohl ein Weg, wie die gesetzliche Rente sicherer gemacht werden kann: Eine hälftige Übernahme der Rentenversicherungsbeiträge durch die Arbeitgeber und eine Rückabwicklung der Teilprivatisierung der gesetzlichen Rente sind ein Instrument, um ein würdevolles Leben im Alter abzusichern“, so Jost abschließend.

 

 

 







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