Billigfleisch-Produktion als Gesundheitsgefahr für Arbeiter*innen

11.05.20
NRWNRW, Umwelt, Wirtschaft 

 

Von DIE LINKE. NRW

In deutschen Schlachtbetrieben sind Hunderte Mitarbeiter*innen positiv auf das Corona-Virus getestet worden. Mehr als 200 bestätigte Fälle gibt es bislang bei Westfleisch in Coesfeld. Bei Tönnies in Gütersloh werden ab dem heutigen Montag (11. Mai 2020) Massentests durchgeführt. Dazu erklärt Sascha H. Wagner, gesundheitspolitischer Sprecher von DIE LINKE NRW: „Bereits vor der Auswertung aller Tests ist klar: „Den Preis für billiges Fleisch und billige Wurst für den deutschen Markt zahlen einmal mehr die in den Schlachtbetrieben beschäftigten Arbeitsmigrant*innen mit ihrer Gesundheit.“

„Es ist die richtige Entscheidung, dass das Verwaltungsgericht Münster am Sonntag (10. Mai 2020) einen Eilantrag der Firma Westfleisch gegen die befristete Schließung des betroffenen Schlacht- und Zerlegebetriebes abgelehnt hat. Die Bedingungen, unter denen die überwiegend aus Osteuropa stammenden Mitarbeiter*innen arbeiten und leben müssen, machen sie besonders anfällig für Ansteckungen: In vollen Bussen werden die Arbeiter*innen zu und von der Arbeitsstelle gebracht. Auch wenn die Beschäftigten nicht in Sammelunterkünften untergebracht sind, leben vermutlich zu viele Menschen in einer Wohnung zusammen. 60 Stunden Arbeit an sechs Tagen in der Woche sollen zudem keine Seltenheit sein“, beklagt Wagner die Zustände bei Westfleisch.

Hier ist der Gesetzgeber gefragt. Denn es darf nicht sein, dass Werkvertrags- und Leiharbeit dazu führen, dass Menschen ihre eigene Gesundheit aufs Spiel setzen und sie im Falle einer Pandemie, wie wir sie durch das Corona-Virus derzeit erleben, zu einer erheblichen epidemiologischen Gefahrenquelle für sich und ihr Umfeld werden“, so Wagner abschließend.







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