Der Kapitalismus schließt eine wirksame Umwelt und Klimapolitik aus.


Bildmontage: HF

18.08.18
ÖkologiedebatteÖkologiedebatte, Umwelt, Debatte 

 

Von G. Karfeld

Bezugnehmend auf die Artikel: „Forscher warnen vor Heißzeit“ von Jürgen Tallig und „Endlich Sommer in Deutschland“, von Christof Korth und Jürgen Tallig will ich noch einmal auf den Klimawandel zurück kommen und auf einige Themen die dort angesprochen wurden, noch etwas näher eingehen.

So wie ich das interpretiere steuern wir auf einen Punkt im Erdklima zu, an dem Faktoren wirksam werden, wie unter anderem die Methanvorkommen auf dem Meeresgrund, die dann an die Atmosphäre abgegeben werden und deren Einfluß auf das Klima, das, der Menschen übersteigen würde. Dies würde bedeuten dass der Mensch den Einfluß auf den, von ihm in Gang gesetzten Klimawandel verliert. Wir können nichts mehr tun!
Wenn wir also, (ich drücke mich jetzt einmal vorsichtig aus) den vom Menschen verursachten Teil des Klimawandels reduzieren wollen, müssen wir das jetzt tun. Das erfordert radikale Eingriffe in die Lebensweise der heutigen modernen Zivilisation. Alle Entscheidungen müssten hinsichtlich ihres Einflusses und Folgen auf das Ökosystem Erde geprüft und getroffen werden. Wir müssen Lebensqualität neu definieren. Konsum ist nicht gleich Lebensqualität. Auch wenn uns die Systemmedien dies jeden Tag in einer Art Gehirnwäsche eintrichtern. Sie lassen bewußt dabei völlig außer acht, welcher Lebensaufwand für viele notwendig ist, um heute den Konsum alleine für die Daseinsvorsorge sicherzustellen. Immer mehr brauchen dazu mehrere Beschäftigungsverhältnisse. Immer häufiger müssen auch Rentner schlecht bezahlte Beschäftigungsverhältnisse eingehen weil sie von ihrer Rente nicht leben können. Durch eine auf Klimaschutz ausgerichtet Politik muss sich die Lebensqualität der Massen nicht verschlechtern. Es läßt sich eher der umgekehrte Schluß ziehen. Die Politik der letzten Jahrzehnte, die sich auf die Entwicklung des Erdklimas sehr negativ ausgewirkt hat, tat dies auch auf die Lebensqualität der Massen. Das kapitalistische System beutet ausnahmslos alles aus was Profit bringt, Mensch, Tier und Natur.

Das Ökosystem Erde ist, was das Klima betrifft, auf jeden Fall schon soweit erforscht, dass wirksame Sofortmaßnahmen ergriffen werden können, ohne auf weitere Jahrzehnte Forschungsarbeit zu warten. Dass dies nicht geschieht liegt nicht am Wissensstand, sondern am politischen Willen der Herrschenden.

Welche Maßnahmen würden sich denn aus gesamt gesellschaftlicher Sicht am leichtesten umsetzen lassen.
Wenn man z.B. den CO2 Ausstoß entscheidenden senken will? Ohne dass unser Lebensstandard darunter groß leiden würde.
Nehmen wir doch den Sektor der sich nicht mit der Rettung der Menschheit, sondern vor allem mit deren Vernichtung beschäftigt, den Rüstungssektor. Die NATO- Staaten geben ca. 1 Billion US Dollar für ihre Kriege und die dazu notwendigen Rüstungsgüter aus. Rußland und China zusammen ca. 300 Millionen US Dollar. Eine Halbierung der Rüstungsausgaben der NATO- Staaten hätte also durchaus das Potential die weltweite Rüstungsproduktion zu halbieren. Dies würde einen bedeutenden Einsparungseffekt an CO2 bringen.

Die Geplante Obseleszenz. Mit geplante Obseleszenz bezeichnet man die gezielte Verkürzung der Lebenszeit der hergestellte Gebrauchsgüter, um durch diesen vorzeitigen Verschleiß den Verbrauch und damit die Produktionsumsätze zu steigern. Dabei wird möglichst bei der Konstruktion darauf geachtet dass eine Reparatur sich vom Aufwand her nicht lohnt und somit die Anschaffung eines Neugerätes notwendig wird. Wir setzen also unser hochentwickeltes technisches Potential dazu ein, gezielt Mängel in Produkte hinein zu entwickeln und ressourcenschonendes Reparieren zu verhindern, um Warenumsätze zu generieren und die daraus entstehenden Gewinne zu mehren. Wir müßten in die umgekehrte Richtung arbeiten. Bei der Entwicklung von Produkten auf Langlebigkeit, Reparaturfreundlichkeit und CO2 Verbrauch, auch bei der Produktion achten. Würde man die künstlich erzeugten Trends und Moden ebenfalls weglassen, ließe sich bei dem heutigen Stand der Technik auch die zivile Produktion und damit auch der Ressourcen- und CO2- Verbrauch nahezu halbieren.

Trinkwasser wird zusehends ein weltweit knappes Gut. Auch bei uns steigt der Aufwand, der notwendig ist um halbwegs sauberes u. gesundes Trinkwasser zu erhalten ständig an. Bei gleichzeitig zunehmender Verschlechterung der Qualität. Hält dieser Trend an, ist es nur eine Frage der Zeit bis sauberes und gesundes Trinkwasser nicht mehr zur Verfügung steht. Zu mindestens nicht für die Massen. Alle Stoffe die wir in die Umwelt freisetzen, sollten auf ihre Abbaufähigkeit in der Natur geprüft, und nur solche zugelassen werden, die eine ressourcenschonende Kreislaufwirtschaft möglich machen, ohne unsere Umwelt zu vergiften. Kunststoffe gehören zu mindestens aus der Verpackungsindustrie sofort völlig verbannt.

Die zunehmende Globalisierung hat den Punkt ihrer Sinnhaftigkeit längst überschritten. Sie dient nur den globalen Konzernen. Wir brauchen einen Trend der Regionalisierung um Wege einzusparen, sowohl betreffend den Transport von Waren wie auch den Personalverkehr von und zu der Produktionsstätte. Die Daseinsvorsorge sollte soweit das noch möglich ist, regional sichergestellt sein.
Der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs muss Vorrang vor dem Individualverkehr erhalten.

All diese Maßnahmen, die bei weitem keinen Anspruch auf Vollständigkeit darstellen, würden unsere Lebensqualität eher positiv als negativ beeinflussen. Wir würden weniger produzieren ohne dass ein wirklicher Mangel entsteht. Wir hätten kein schlechtes Gewissen gegenüber unserer Kinder und Enkelkinder, dass wir ihnen eine Welt hinterlassen in der ein Überleben zusehends schwieriger wird. Was auf der einen Seite Arbeitsplätze weg fallen, kommen auf der anderen hinzu. Die Arbeitszeiten können jederzeit den Erforderlichen Bedingungen angepaßt werden. Das werden sie ja heute auch, nur immer zum Nachteil der arbeitenden Bevölkerung.
Dies macht deutlich wie Themen, wie Umwelt-, Klima-, Friedens- und Sozialpolitik nur vereint zum Erfolg führen können. Kein einziges Thema kann für sich genommen unsere gesellschaftlichen Probleme im Sinne der Allgemeinheit und damit in unserem Sinne lösen. Deshalb macht es auch keinen Sinn die CO2 Fahne zu hissen, ohne die Abholzung der Regenwälder und die Verwüstung ganzer Länder mittels Krieg zu sehen. Sowohl der Krieg wie der Wiederaufbau verbraucht unnötige Ressourcen und produziert unnötiges CO2. Ein Umbau der Gesellschaft hin zu einer nachhaltigen Wirtschaftsweise ist auch nur in einer Gesellschaft mit hoher sozialer Kultur möglich. Wie man eine solche nachhaltige Gesellschaft auch nennen will, Sozialismus oder auch anders, das ist erst einmal nachrangig. Sie wäre m. E. vor allem eine Gesellschaft mit weitgehender direkter Demokratie. Nur eines steht fest eine kapitalistische Gesellschaft wäre es nicht. Die herrschende kapitalistische Klasse wird einen solchen Umbau unserer Gesellschaft mit aller Macht verhindern. Diese Reformen würden die innere Triebkraft des Kapitalismus, die Kapitalakkumulation und damit den Niedergang ihrer Macht einleiten. Die rücksichtslose Zerstörung der Natur in den letzten Jahrzehnten, sowie auch die Zerstörung zahlreicher Länder durch Krieg sollte dafür Beweis genug sein.
Nur ein Wahnsinniger kann hoffen, daß die Kräfte, die erst den Verfall herbeiführten, nunmehr die Wiederauferstehung bringen könnten.

In diesem Sinne,
alle Macht den Räten

G. Karfeld




Endlich Sommer in Deutschland - 16-08-18 20:58
Forscher warnen vor Heißzeit - 15-08-18 20:56




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